Paraguay – Spanien 0:1

Vorbericht

  • ERST DER GAUCHO, DANN DER ESPANERO! WIR MACH’N EUCH ALLE NASS, DAS WIRD EIN RIESENSPASS. STRENGT EUCH HEUTE ABEND NICHT ZUVIEL AN, IHR SPANIER, DAMIT IHR AM MITTWOCH NICHT SCHON NACH DEM 3:0 ZUR HALBZEIT ZU MÜDE SEID! OLÉ OLÉ OLÉ OLÉ OLÉ!
  • Was soll ich mich jetzt groß mit Halbfinalgegnern abgeben? Unter dem Niederländer machen wir es doch gar nicht mehr. Der Villa kann schon mal üben, wie es ist, ohne Tor und Chance vom Platz zu watscheln. Messi wird ihm da einiges erzählen können.
  • Aber jetzt mal unter uns: den Paraguayer will ich nicht weiterkommen sehen. Der hat mich gegen den ebenso spielerisch öden Japaner dermaßen abgeschreckt, das will ich nicht in unserem Halbfinale haben. Zudem sein Trainer für heute schon angekündigt hat, dass Mauertaktik angesagt ist. BUH! Allein für den Spruch gäbe es von mir schon einen Satz gelbe Karten für alle direkt zum Anpfiff.
  • Für diesen Absatz ist mir nichts eingefallen. Es ist heiß, Deutschland ist gerade Südamerikameister geworden und ich bin am Feiern.  Ach ja, ein kurzes Danke für die 30 Flattr-Punkte im vergangenen Monat (=6,19 Euro). Und jetzt alle: OHH WIE IST DAS SCHÖN, OH WIE IST DAS SCHÖÖN, SO WAS HAT MAN LANGE NICHT GESEH’N, SO SCHÖN, SO SCHÖÖN!

Nachbericht

  • Ich hab mir natürlich einen großen Notizblock parat gelegt, um dieses Spiel auch mit Blick auf das Halbfinale mit unseren Edelkickern analysieren zu können. Hier meine Einträge der ersten 45 Minuten: Paraguayer schießt nach einer Minute bereits aufs Tor. Ganz schön frech/ So, zu dem Zeitpunkt haben wir aber schon geführt/ Überlegen sind die Spanier aber noch nicht/ Wir müssen uns da nicht verstecken/ Also, das Niveau haben wir auch drauf/ Hey, wir waren aber doch besser als das Gewurschtele/ Nein, wirklich jetzt. Wir waren viel besser/ Die machen wir alle am Mittwoch/ Wir sind die Besten! Olé Olé Olé/ Valdez schießt ein Tor? Kann nicht sein. Ah, war’s auch nicht/ Was mache ich denn am Sonntag nach dem Finalsieg?
  • Dem Spanier fehlt der Zug zum Tor. Nach vorn spielt er gefällig, aber wenn es zünden soll, kommt nur ein kleines Puffwölkchen raus. Verschlüsselte Notiz an Jogi: Fernando Torres weiterhin in guter Mario Gomez-Verfassung. Nun spielt der Schiri Elferbingo – jeder darf mal, der die Nummern 1-11 zusammenkriegt. Cardozo mit schöner Verschießleistung. Höchststrafiger geht es wohl nimmer, wenn der Torwart deinen Elfmeter festhält, Bursche!  Besser schon der Versuch von Xabi Alonso. Beim ersten Mal rein, beim zweiten Mal auf den Torwart. Sag mal einer dem Andi Köpke, dass er das aufschreiben soll! Herzhaft, wie der paraguayische Keeper im Nachsetzen Fabregas von den Beinen holt, aber der Unparteiische hat das Experiment „Entscheidung vom Punkt“ nun beleidigt aufgegeben.
  • Typisch für den Spanier: einen klumpt er doch noch rein. Iniesta läuft plötzlich mit Ball am Fuß an einem Verteidiger vorbei Richtung Strafraum und bedient Pedro. Der trifft den linken Pfosten, bevor Villa den Jabulani billardmäßig hinter die Linie zirkelt. Später wird Santa Cruz bei einem Nachschuss gegen Casillas noch zeigen, dass er die Zeit des Roquens auch hinter sich gelassen und auf Chancenvergabe umgesattelt hat. Damit geht es für uns am Mittwoch gegen die roten Furien. Ich sag mal: machbar.

Spanien – Portugal 1:0

Vorbericht

  • Das kann nur besser werden. Hat jemand die spielerische Einöde zwischen Japan und Paraguay überlebt? Ein paar vom Wind angetriebene Heuballen auf dem Feld wären das Highlight der Partie gewesen. Noch schlimmer: mir war so was von egal, wer da rausfliegen würde. Am Ende hätte ich denen beiden die Rückflugtickets bezahlt, nur damit sie endlich aufhören.
  • Bei Spanien gegen Portugal ist das anders. Da gibt’s Drama, weil ein Turnierfavorit oder ein Möchtegernspieler-des-Turniers-Favorit nach Hause fahren muss. Die Drama-Queen des Fußballs ist in jedem Fall dabei, ich schreib jetzt aber nicht nochmal extra den Namen hin.
  • Sorgen macht man sich schon um den Spanier. Offensichtlich gelangweilt hat er sich in seiner Gruppe. Hat nicht gezaubert, sondern meist mürrisch vor sich hingetüdelt und dabei nie mehr als 2 Tore geschossen, war einmal sogar im schweizer Sturm mit 0:1 untergegangen (das war jetzt Sarkasmus). Der Portugiese hingegen ist einmal explodiert und zweimal eingeschlafen. Vor allem das Spiel gegen Brasilien habe ich ihm persönlich übel genommen.
  • Wer immer gewinnt: spielt besser als die Gurkentruppen von heute Nachmittag und schießt danach den Paraguayer raus. So. Ich bin durch. Nach dem Spiel sind zwei Tage Pause. Die müssen jetzt auch wirklich sein.

Nachbericht

  • Das ging schon eher Richtung Fußball, sag ich mal. Furioser Auftakt der Spanier, die schießen gleich drei Mal in den ersten 5 Minuten aufs Tor – ich hab‘ mich richtiggehend erschrocken. Der Portugiese hingegen mit dieser „Ich hab die Ordnung schön“-Abwehrformation aus dem José Mourinho-Studio, die ich so gar nicht leiden kann. Da spielt die #2 gegen die #3 der Weltrangliste und Portugal stellt sich hinten rein, als wär’s Aserbaidschan gegen Brasilien.
  • Ich hatte schon meine Befürchtungen, denn der Portugiese machte von Minute zu Minute weniger. Er guckte ein paar Mal, dass Iker Cassilas auch nicht alles kunstvoll wegfängt, was auf den Kasten kommt und spurtete dann hurtig schnell zurück zu Papa Eduardo in die Verteidigungszone.
  • Insofern war das 1:0 eine kleine Erlösung. Villa mit links scharf flach, dann mit rechts angelupft – der Kerl hat zwei echte Multifunktionswerkzeuge unterhalb des Beckens. Ja, okay, es war wohl knapp Abseits. Aber in dem Moment sag ich: lasst das den Schiri regeln und spart euch die Kosten, um den Platz zum Magnetfeld zu machen oder Kameras in jede Grasnarbe zu drücken. Wenigstens ist jetzt Cristiano Ronaldo draußen, das war es doch wert.
  • Bezeichnend, dass nach der Führung vom hinten liegenden Team so gut wie gar nichts kam. Außer einer Hackenflanke 30 Meter vor dem Tor. Von dem Typ, gegen den ich – das mag in den letzten Tagen zart angeklungen sein – eine leichte Antipathie hege. Nicht mal ein Torschuss kam mehr auf das spanische Tor. Oliver Kahn hätte wohl nach dem Schlusspfiff zur großen Eiersuche aufgerufen.

[Das soll es gewesen sein für die nächsten zwei Tage. Bleibt diesem kleinen Blog gewogen, empfehlt ihn gerne auch weiter und schaut ab Freitag wieder vorbei]

Paraguay – Japan 5:3 n.E.

Vorbericht

  • Komm, würfelt es aus. Ist doch egal, wer. Weiter stoßen die eh nicht im Turnier vor. Worte, die auch vom Fußballgott stammen könnten. Ja, es gibt diese Tage, da ist der Fußballgott einer Meinung mit seinen Untertanen. Siehe bei dieser WM das Schicksal von Frankreich, Italien und England.
  • Wäre mal eine schöne Aufgabe für angehende Marketingexperten, diese Begegnung so zu bewerben, dass Millionen Zuschauer sich darum reißen würden, sofort ein lebenslang bindendes PayTV-Abo abzuschließen (Verkauf der Adressdaten des gesamten Haushaltes an GEZ, BILD, BND und SKL inklusive). Zwei Kontinente prallen aufeinander. Nur einer wird überleben. Nie zuvor gab es einen größeren Kampf, nie ging es eindringlicher um die Existenz zweier Mannschaften. Denn wer heute geschlagen zurück bleibt, badet vielleicht nie mehr in den Sonnenstrahlen des güldenen Pokals, nach dem alle Völker streben. Auf Deutsch: bisher hat es keiner von beiden jemals in ein Viertelfinale geschafft. Heute ist es soweit. Und jetzt alle so: von mir aus.
  • Was haben die denn zu bieten? Der Paraguayer ist ein listiger Geselle; unter dem weiten Deckmantel der italienischen Vollversager huschte er einfach als Tabellenführer durchs Ziel. Dabei konnte er die versammelten Ballspielallergiker vom Stiefel nicht mal schlagen. Den Neuseeländer hielt er tapfer auf 0:0-Abstand. Nur dem Slowaken legte er zwei Eier ins Nest. Da bricht jetzt nicht die Euphorie aus mir heraus. Wo stehen denn Lucas Barrios, Roque Santa Cruz oder Nelson Valdez in der Torjägerliste? Auf derselben Stufe wie Wayne Rooney. Da können sie sich was drauf einbilden, wenn es spätestens Samstag Abend nach Hause geht.
  • Elfmeterschießen wäre nicht schlecht. Also direkt Elfmeterschießen, nicht noch vorher 120 sinnlose Minuten Grashalmumtreten auf offenem Feld. Denn der Japaner ballert, wie gegen Dänemark, schon mal gerne aus 20-30 Metern den Jabulani in die Maschen. Was macht der erst ohne Mauer und bei noch geringerer Distanz? Linker Innenpfosten, rechter Innenpfosten, kurzer Tanz des Balls auf der Linie, bevor das zusammenstürzende Tor ihn (den Ball, nicht den Japaner) in vollem Unfang hinter die weiße Kreideschicht drückt. Dann dreht sich Uchida um zum Publikum, verbeugt sich und sagt leise „Bumm“.

Nachbericht

  • Ja, sorry für den späten Nachbericht. Aber ich komme gerade erst vom Autokorso wieder zurück. Was für eine Stimmung, was für wunderbare Schlachtrufe, was für eine Einigkeit! „Hupt, wenn ihr froh seid, dass dieser Mistkick rum ist“, war das einträchtige Motto der Veranstaltung. Ich und der Toyotahändler, auf dessen Parkplatz ich einsam meine Runden drehte, waren ganz einer Meinung.
  • Ein Spiel, als wenn man einem Schwarm hungriger Fliegen vor einer weiß-roten Tapete beim Rumsummen zusieht. 120 verdammte Minuten lang! Dürfte ab morgen apothekenpflichtig sein und im Falle von schweren Schlafstörungen verschrieben werden.
  • Der Asiate hat es ja nicht so mit dem Gesichtsverlust. Deshalb nur ganz der dezente Hinweis: ihr Brüder Nippons, geht nach Haus und schämt euch mal ordentlich aus. Der Paraguayer darf zwar bleiben, ist auf meiner Beliebtheitsskala aber in einer Kategorie mit abgerissenem Fußnagel und schwer beleidigtem Menikus.

Slowakei – Italien 3:2 / Paraguay – Neuseeland 0:0

Vorbericht

  • Freunde, bin ich entspannt. Mir kann heute niemand was. Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, der Rasen hinter meinem Haus wächst und müsste wieder mal gemäht werden. Egal. Seit gestern Abend machen mir Rasen jedweder Sorte und Höhe sowie die darauf herumackernden Fußballerbeine keine Sorgen mehr. Heute darf von mir aus jeder weiterkommen. Wer spielt denn gleich überhaupt?
  • Ach, der Italiener. Nee, scusi, ein Freilos kriegt der dann doch nicht von mir. Nicht nach den bisherigen Spielen. Der soll erstmal schön den Slowaken besiegen, bevor er in unser Achtelfinale darf. Die Situation ist ähnlich wie beim Engländer gestern. Niederlage bedeutet „Ciao e Ciao“ (guten Tag und auf Wiedersehen), bei einem Unentschieden kann Neuseeland mit einem Dreier vorbeiziehen, bei einem Sieg ist der Italiener durch, könnte aber nur Zweiter werden, wenn der Kiwi höher gewinnt als er.
  • Ich würde mich daher an meinem lässig im Mund hängenden Grashalm vor Lachen verschlucken, wenn der Italiener heute 1:0 gewinnt, der Neuseeländer aber zeitgleich mit 2:0 die Paraguayer raushaut und es im Achtelfinale zu der Partie Italien gegen Niederlande kommt. Alternativ könnte natürlich auch der Paraguayer einfach gewinnen, dann hätten wir dasselbe Ergebnis für Italien. Aber ich würde gerne meine Lieblinge aus Neuseeland weiterkommen sehen.
  • Weiß eigentlich jemand, weshalb die Spiele der Gruppe F auf den Nachmittag vorgezogen worden sind? Eigentlich wäre doch Gruppe E mit den Niederländern dran. Wahrscheinlich wollten sich die Italiener nicht am Abend die Schenkel verkühlen. Vielleicht fliegen sie auch lieber abends nach Hause. Ein kleiner Scherz, ich tippe auf einen 1:0-Sieg über die Slowakei. Ich kenn doch meine Pappenheimer.

Nachbericht

  • Ohne Zweifel das gefühlt längste Spiel der Weltmeisterschaft, dieses 3:2 der Slowaken über Italien. Was habe ich den Kiwi auf dem anderen Platz angeschrien, dass er der ganzen irren Situation doch bitteschön mit einem Sieg noch die Krone aufsetzen soll. Aber da kam nix. Dennoch: Neuseeland scheidet unbesiegt aus – eine Leistung, die der Italiener heuer nicht geschafft hat. Normalerweise kommt er ja in der Vorrunde unbesiegt mit drei Unentschieden durch. Diesmal war aber der Slowake davor.
  • Der Robert Vittek ist ein eiskalter Killer, so habe ich den gar nicht in Erinnerung aus Nürnberger Zeiten. Beide Tore blitzschnell reagiert, abgezogen, eingenetzt. Sah man bisher nicht so oft bei dieser WM, wo gerne nochmal auf den anderen Fuß gelegt, ins Leere gepasst oder der Ball vertändelt wird.
  • Beim zwischenzeitigen 3:1 fiel mir der Spruch von Trappatoni ein. Die italienische Verteidigung war in dem Moment aber nicht wie Flasche leer, sondern eher wie ausgetrunkene Getränkegroßproduktionshalle. Dem Italiener, der erneut 90 Minuten ohne Mannschaft spielen wollte, fiel erst zehn Minuten vor Schluss ein, dass er mal ein Tor schießen müsste. Und prompt klappte das sogar. Morgen werden die Gazzetta della sporta wieder voll sein mit Verschwörungstheorien: der slowakische Torhüter Mucha hätte vom Platz fliegen, das Tor zum 2:2 zählen müssen und überhaupt mag niemand den Italiener. Alles wie gehabt.
  • Mein Bruder meinte direkt nach Abpfiff, dass er plötzlich Hunger auf Pizza hätte. Ich komischerweise auch. Gehe ich heute Abend mal gleich zwei Sophia Loren holen. Natürlich beim Kebabmann am Ende der Straße. Ich bin ja nicht lebensmüde.

Slowakei – Paraguay 0:2

Vorbericht

  • Eine Gruppe wie gemalt für Mr. Monk. Jeder einmal gespielt, ein Tor geschossen, ein Tor kassiert, macht zusammen für jeden einen Punkt. Die perfekte Symmetrie… DER LANGEWEILE! Nach dem Hurra-Festival gestern Abend bin ich verwöhnt und will den Unterhaltungswert jetzt bei jedem Spiel haben. Das geht allerdings nur, wenn beide Teams am Abgrund stehen und nur der Sieger eine Chance hat, weiterzukommen. Man könnte das Ganze doch prima als moderne Gladiatorenspiele vermarkten: Tor steckt schon im Wort drin, einer kommt weiter, der andere darf mit einem Schwert in der Brust in der Arena liegen bleiben. Angehörs der Texte so mancher Nationalhymne wäre das ein recht passendes Ende für die Teilnahme an der WM.
  • Das ist ja das Tragische an der Vorrunde. Wenn jeder unentschieden spielt, könnten auch drei Unentschieden langen, um ins Achtelfinale einzuziehen. Ich wüsste jetzt gar nicht, was passiert, wenn nach dem letzten Spiel alle die exakt gleiche Anzahl an Toren und Punkten aufweisen können – würde allerdings vorschlagen, dass Italien dann in jedem Fall nach Hause fahren muss.
  • Der Slowakei kann ich nicht böse sein; war zwar kein gutes Spiel, aber wie die meine Lieblinge Neuseeland kurz vor Toresschluss noch einen Treffer reinmachen ließen – das war sportlich und menschlich wirklich sehr fein. Der Paraguayer hat den Italiener geärgert, was ihm bei mir auch direkt Sympathiepunkte einbringt. Ach, ich weiß gar nicht, wen ich in der Gruppe gerne als Zweiter hinter Neuseeland sehen möchte. Für einen hervorragenden mindestens dritten Platz allerdings hätte ich schon einen Kandidaten…

Nachbericht

  • Alles klar, der Slowake darf von mir aus Dritter oder Vierter der Gruppe werden. Was habe ich eben nach dem Unentschieden meiner tapferen Neuseeländer geflucht! Weshalb habe ich bei Oddset auch auf den Slowaken gesetzt? Was kann man schon von einer Mannschaft erwarten, wo der Trainersohn mitspielen darf, deshalb der Jendrisek nicht eingewechselt wird und die in der 92. Minute nach 0:2 mal auf die Idee kommt, aufs Tor zu schießen?
  • Der Paraguayer mit drei Stürmern und mit deutlich intensiverem Bemühen. Weshalb sein Sieg absolut in Ordnung geht. Und mit einem wunderherrlichen Tor, vielleicht dem schönsten bisher in diesem Turnier. Danach war es trotzdem ein Grottenkick. Einziges Highlight war der Mann neben dem Kommentator, der einfach mal reinbrabbeln durfte. Öfter mal was Neues.
  • Hat jemand in der 37. Minute die stramme Armbewegung des Schiedsrichters gesehen? Dafür wäre Katrin Müller-Hohenstein sicher gefeuert worden. Aber der Mann von den Seychellen kennt natürlich die dunkle deutsche Vergangenheit nicht.

Italien – Paraguay 1:1

Vorbericht

  • Ich bin müde und kraftlos. Das geballte Unterhaltungsvakuum der Partie zwischen Japan und Kamerun hat mich mürbe gemacht. Und jetzt soll ich auch noch den Italiener ertragen. Auf RTL. Mit Klinsi (mögliche Wortbeiträge: „Der Italiener hat’s gern defensiv“ und „Der Paraguayer trägt gerne Streifen“). Das wird schwer. Wenn mir aber dieser Giovanni Zarrella mit einem Italosong über den Weg läuft, schalte ich aus. Ich hab auch noch Würde.
  • Italien ohne Andrea Pirlo, der sich (und den Spruch habe ich schon 2008 gebracht, aber ich finde, er passt einfach)  meinen entgeisterten Gesichtsausdruck nach dem WM-Sieg seines Landes ins Antlitz hat meißeln lassen. Trainer Lippi  hat so ziemlich alles, was erfolgsversprechend aufspielen könnte, konsequent aus der Mannschaft verbannt. Plus Luca Toni. Ein wenig werde ich den alten Strafraumhechter schon vermissen.
  • Der Paraguayer hat eine bessere Qualifikation als Argentinien gespielt. Die Hoffnung liegt im Sturm: Nelson Valdez (weniger), Roque Santa Cruz (eher) und Lucas Barrios (sehr, sehr viel). Hinten und im Mittelfeld ist eher die Abteilung „O dios mio“ zugange.
  • Habe ich schon erwähnt, dass Gruppe F schon fast peinlich leicht besetzt ist? Da wäre selbst der Bierhoff vor Scham errötet, wenn wir die bei der Auslosung erwischt hätten.

Nachbericht

  • Es hilft schon, seine Erwartungen vor einer Partie niedrig zu halten. Nach dem Desaster mit Kamerun (KAMERUN! *hier bitte visuell anklagende Armbewegung mit geballter Faust vorstellen*) erhoffte ich mir nicht viel von Italien gegen Paraguay. Insofern ist ein klarer Keinsieg der Italiener doch eine schöne Sache.
  • RTL hat sich wieder getoppt. Nicht nur, dass sie den Chor der Tonverfehler beim Abspielen der Nationalhymne wieder in vollstem Sound in die Haushalte gesendet haben – nein, sogar die ERSATZBANK mit Gattuso wurde verkabelt, damit der seinen schiefen Beitrag leisten konnte. Beim nächsten Spiel sitzt dann wohl Frauke Ludowig auf der Tribüne und steckt den Spielerfrauen das Mikro in den Ausschnitt.
  • Paraguay spielte eigentlich so wie der Italiener das üblicherweise tut. Spielaufbau des Gegners verhindern, überraschend einen reinmachen und weiter Spielaufbau verhindern. Nur hatten die Paraguayer die Rechnung ohne ihren Torwart gemacht. Springt keck vorbei und drin das Ei. Dem Buffon wär das selbst mit ausgetretenem Ischiasnerv nicht passiert.
  • Gibt es eigentlich Fans von Standardsituationen? Die kamen heute voll auf ihre Kosten. Eine Ecke, ein Freistoß, zwei Tore. Ich sehe ja lieber schöne Kombinationen, Doppelpässe, Fernschüsse, Torwartparaden. Aber in der Gruppe muss man mit wenig zufrieden sein. Italien nun bitte im Achtelfinale gegen die Niederlande. Mit Arjen Robben.