Chile gegen Australien 3:1

Living after midnight, rockin‘ to the dawn
Lovin‘ ‚til the morning, then I’m gone, I’m gone

  • Willkommen zur ersten Mitternachtsbegegnung! Ich dachte, ich fange gleich mal mit was kernig Hardrockigem an, jetzt, da die ganzen Ballkuschler mit Sicherheit in den Federn liegen und wir ganz unter uns sind. Hier trennt sich der Freak vom Wohlfühlfan, der knallharte Allesgucker vom verweichlichten Wann-spielen-denn-jetzt-die-Deutschen-Frager. „Chile gegen Australien?“ rufen letztere, „Nein, das guck ich nicht. Ist doch beides Wüste und Berge“. Da zuckt die Hand mit der Erziehungsschelle, denn der Weltenbummler weiß: in Chile ist nur der Norden staubig. In der Mitte ist klimatisch Mittelmeer, im Süden oft nass. Und überhaupt ist Chile schmal und Australien breit. So!
  • Chile gegen Australien, das wird ein Kampf zwischen harten, gestählten Männern. Keine Schönspielerei, sondern drauf auf den Ball und wer am Ende stehenbleibt, darf vielleicht aufs Tor humpeln, wenn die Achillessehne noch nicht ganz durch ist. Jedenfalls stelle ich mir das so vor, wenn ich in die entschlossenen Gesichter von Arturo Vidal, Mauricio Isla (beide Juventus Turin), Alexis Sanchez (Barcelona) oder Gary Medel (Cardiff City) schaue. Der Australier setzt Mile Jedinak (Crystal Palace), Tim Cahill (New York Red Bulls) und Tommy Oar (Utrecht) entgegen. Aus der 2. Bundesliga grüßen Ben Halloran (Fortuna Düsseldorf) und Mathew Leckie (FSV Frankfurt), im Kasten lauert der Dortmunder Mitch Langerak, der allerdings wie bei den Schwarzgelben auch hier nur Ersatzkeeper ist.
  • Fakt zum Angeben in der Expertenrunde: vor 40 Jahren haben die Aussies bei der WM ein 0:0 gegen Chile geholt. Das dürfte heute schwierig werden, denn die Roja ist klarer Favorit, was sich in den weitaus frischeren Erfolgen gegen Spanien (2:2), England (2:0) oder Deutschland (0:1 Niederlage, aber die haben uns damals gut durchgemischt) widerspiegelt.
  • Aktueller Einschub: Ich habe eben Spanien gegen Niederlande gesehen. Wenn die Chilenen oder die Australier (warum nicht? Tippen kannst du eh seit 22:50 Uhr MESZ komplett vergessen) gleich so was Ähnliches abziehen, können die Spanier schon die Heimreise buchen. Zwei Tage drin und die WM ist schon kaputt!

 

  • Gäbe es fürs Fernsehschauen wie bei Videospielen Achievements oder Trophäen, wir alle hätten uns gestern Abend einen schönen Sticker mit der Aufschrift: „Ich war dabei, es war spät, es war Poschmann, aber ich habe durchgehalten!“ auf die virtuelle Brust tackern können. Ich fühlte mich jedenfalls beim Ausschalten des Fernsehens so schlaff wie die Chilenen in der zweiten Hälfte.
  • Nach 15 Minuten schon 2:0 für die Chilenen. Okay. Habe ich nach dem Wahnsinn von Salvador einfach mal so akzeptiert. Das Spiel schien nur eine Zehenübung für die südamerikanische Roja zu sein. Die europäische Roja bangte derweil wohl, ob man nach Ende der Begegnung nicht vielleicht schon wegen des Torverhältnisses ausgeschieden sei. Mathematisch hochgerechnet war da ein 12:0 drin.
  • Aber der Chilene ließ locker und seine Abwehr zeigte sich für zweierlei Dinge empfänglich: Kopfbälle von Tim Cahill und Schüsse von Mark Bresciano. Die durften üben, die durften machen, als wären sie in ihrem früheren Leben mal Inkagötter gewesen. Wenn wir auf die in den Ausscheidungsspielen treffen, spitzt sich Klose vor Freude schon den Schädel an. Nach dem Anschluss drehten die Aussies sogar noch richtig auf, hatten in der zweiten Hälfte gegen einen unlustvoll auftretenden Gegner durchaus Chancen auf den Ausgleich.
  • Ein satter Schuss von Beausejour beendete den Spuk und alle australischen Wiederauferstehungsversuche. Bonjour, gute Nacht Poschi. Und heute stehen gleich vier Partien an, ächz.

Tore:

1:0 A. Sanchez (12.)
2:0 Valdivia (14.)
2:1 T. Cahill (35.)
3:1 Beausejour (90.)
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Brasilien – Chile 3:0

Vorbericht

  • „Endlich mal ein Spiel für Männer“, ruft der Vorstandsvorsitzende der Sportfreunde Schienbeinsplitter Hartmannsdorf e.V. in die versammelte Runde am Stammtisch. Und in der Tat könnte während dieser WM das erste Festival des harschen Körperkontakts gefeiert werden. Denn die Brasilianer haben die letzten sieben Partien gegen ihre Kontinentkollegen gewonnen, der Chilene war seit 1962 nicht mehr in einem Viertelfinale und muss auf die eingespielte Verteidigung mit Waldo Ponce, Marco Estrada und Gary Medel verzichten. Es sieht nach einem 2:0 für die Sambatänzer mit anschließender Knochenpolitur aus.
  • „Das war ja bisher wie Kaiserin Sissi beim Wiener Opernball“, ereifert sich der erste Kassenwart. „Nicht mal der Engländer hat zurückgekeilt. Und wozu gibt’s all die schönen Zeitlupen, wenn nicht mal ein Wadenbeinbruch in der Entstehung gezeigt werden kann?“. Ein berechtigter Einwurf. Selbst die roten Karten konnte man bisher kaum mit anerkennendem Applaus bedenken, mit Ausnahme vielleicht dieses Nigerianers, der dem Griechen damals in der Vorrunde eine reintreten wollte, aber kaum richtig getroffen hat.
  • Bei den Brasilianern kann Ralph Blumer wieder mitspielen. Der Ralph, die alte Socke! Hat schon zwei Tore erzielt, allerdings unter seinem Künstlernamen Elano. Dem drück ich die Daumen, dass er ohne Schmerz aus der Partie rauskommt. Wenn es gegen uns geht, lässt der sein Trikot bestimmt mit seinem richtigen Namen beflocken, um die deutsche Verteidigung zu täuschen. Ich höre schon den Kommentator vor meinem geistigen Ohr: „Schöner Rückpass von Mertesacker auf Neuer, der leitet direkt weiter zu Blumer … und wie aus dem Nichts das 1:0 für Brasilien!“
  • Gemessen an den bisherigen Leistungen der Brasilianer wird das ein stocknüchternes 2:0. Genau das 2:0, das der Niederländer heute nachmittag im Sinn hatte, sich aber aus reiner Bosheit vermasselte, nur damit mein Tipp nicht eintreten konnte. Die Gefahr von Eintretereien von Seiten des Chilenen ist bei dieser Begegnung allerdings ungleich größer.

Nachbericht

  • Nix Elano, nix Frustfoulero. Ein Südamerikaner weniger im Turnier, aber das konnte jetzt ja nicht so die ganz große Überraschung sein. Was macht man, wenn es nach nicht mal 60 Minuten 3:0 steht? Das alte Spiel: die einen wollen nicht mehr, die anderen können nicht mehr. Einmal reingeköpft, einmal ausgetanzt, einmal geschlenzt, alle dreimal hoch effektiv wie gewohnt. Spannung ist was anderes…
  • Einen Ehrentreffer hätte ich den Chilenen für ihr Bemühen schon gegönnt. Aber Bemühen heißt ab dem Achtelfinale auf Wiedersehen in Lobsprache. Ein wenig kam es mir schon vor, als würden Lucio & Co hinten alle kleinen Sandtürmchen der Chilenen niedertreten, obwohl sie selbst schon eine mehrzinnige Burg in der gegnerischen Hälfte aufgebaut hatten.
  • Ich warte immer noch auf das Achtelfinale, in dem der David dem Goliath mal frech ein Geschoss ins Netz haut, eine lange Nase dreht und Richtung eigener Strafraum davonläuft. Wo es spannend und dramatisch bleibt bis zur letzten Minute, wo eine Sensation in der Luft liegt. Mal sehen, was morgen ansteht: Paraguay gegen Japan. Meeeeh. Meine Erwartungen bleiben auf Sinkflug.

Chile – Spanien 1:2 / Schweiz – Honduras 0:0

Vorbericht

  • Hätte mir vor der WM jemand erzählt, dass mich Portugal gegen Brasilien ins Halbwachkoma entschlummern und Schweiz gegen Honduras vor Anspannung erzittern lassen würde, ich hätte ihn in die nächste Paul Gascoigne-Klappsmühle einliefern lassen. Aber so ist sie nun mal, diese seltsame Veranstaltung.
  • Die Schweiz braucht zwei Tore gegen Honduras (den Benaglio überwinden die eh nicht). Zwei Tore für ein Hallelujah, denn dann – wenn ich mich nicht verrechnet habe – ist ihr der Einzug unter die besten 16 Teams nicht mehr zu nehmen. Gottmar Hitzfeld könnte demzufolge nach zwei schnellen Einschlägen in der Coaching-Zone einen Fernseher aufstellen lassen und sich ob der Verzweiflungstaten der Spanier und Chilenen frische Lachfalten ins Gesicht bauen. Zwei Tore haben die Eidgenossen bisher ja auch schon gesehen. Dummerweise noch nicht in einem Spiel und für sich.
  • Was los wäre, wenn der große Turnierfavorit Spanien nach Hause fahren müsste, kann ich mir gar nicht vorstellen. Trainer del Bosque würde wahrscheinlich direkt nach Ankunft in Villariba oder Villabacho gepaellat und gazpachot werden, Xavi müsste gar einen bürgerlichen Namen annehmen, David Villa seinen Namen in Mietwohnung ändern. Andererseits könnte Schweiz gegen Brasilien ein interessanteres Spiel bieten als Spanien gegen Brasilien. Hat man ja heute mittag gesehen, was dabei rauskommt, wenn zwei hoch gehandelte Mannschaften unbedingt nicht verlieren wollen.
  • Mein Rat an Hitzfeld: bring den Derdiyok vorne als Spitze und lass ruhig körperbetont spielen. Dann verliert der Spaßkicker aus der Karibik schnell die Lust. Ein früh gezücktes kleines Brechstängli kann doch niemandem schaden.

Nachbericht

  • Nee, ihr Schweizer, jetzt habt’s endgültig verbockt. Spielerisch war das etwas, was die Eidgenossen wirtschaftlich wohl nie einreichen werden – nämlich eine Bankrotterklärung. Da hilft auch die Ausrede nicht, dass es am großen Gegner gefehlt hat, gegen den ihr besser hättet aussehen können. Wer bei einer WM gegen Honduras nicht gewinnen kann, hat im Achtelfinale nichts zu suchen.
  • Lustig war der Honduraner ja schon. Ich hab mich stellenweise gefragt, weshalb die Schweizer bei den Kontern überhaupt noch nach hinten gelaufen sind. Da wäre doch eh nie etwas passiert. Ein Angriff, der eigentlich für den nächsten Friedensnobelpreis nominiert werden müsste. Mahatma Gandhi und der Dalai Lama gemeinsam auf Mutter Teresa hätten eher einen Spielzug zum Siegtreffer abgeschlossen.
  • Damit hat der Südamerikaner alle Teilnehmer durchgebracht. Immerhin ist es nach Brasilien gegen Chile einer weniger. Spanien hingegen trifft auf Portugal. Viel krampfiger als der Schweizer heute kann das wahrlich auch nicht werden.

Chile – Schweiz 1:0

Vorbericht

  • Der Eidgenosse in Ekstase; wer seine liebgewonnenen Vorurteile pflegt, dem kommt diese Kombination so unrealistisch vor wie mit Geld um sich werfende Schotten, Gourmet-Engländer oder nüchterne Iren. Aber mich hat’s schon sehr gefreut, wie der stolze Spanier am vergangenen Mittwoch das Taschenhandtuch in die Arena werfen musste. So ein bisschen möchte unsereiner die Schweizer auch für sich vereinnahmen, falls die DFB-Elf am Donnerstag nochmal einen ganz gebrauchten Spieltag erwischen sollte. Deutscher Trainer, viele Spieler aus der Bundesliga, fast kriechen einem die adoptivväterlichen Tränen des Stolzes in die Augenwinkel. Der Hitzfeld kennt das Gefühl gut.
  • Aber Vorsicht! Der Südamerikaner spielt ein verdammt gutes Turnier. Hat überhaupt einer bisher ein Team von diesem Kontinenten schlagen können? Moment, ich schaue nach… nö. Unbesiegt nach fast zwei Spieltagen. Womit kann das zusammenhängen? Nur weil das Turnier in der südlichen Hemisphäre stattfindet? Egal. Die Chilenen müssten zu packen sein. Ein 1:0 gegen Honduras ist doch nichts, wovor man Respekt haben müsste. Eher träumt der Chilene schon nachts von El Benaglio, dem vielhändigen Teufel und Bändiger des Spaniers.
  • Mit einem Sieg können die Schweizer den Brasilianern in der anderen Gruppe aus dem Weg gehen. Und dem Spanier gegen Honduras ordentlich Druck machen. Da zittert’s im Flamenco-Schuh, wenn die ersten Angriffe hängenbleiben. Am letzten Spieltag dürfen schließlich die beiden spanischstämmigen Mannschaften sich gegenseitig rundmachen, während der Schweizer auf Honduras urlaubt und mit der zweiten Elf  lächelnd ein Pünktli mitnimmt. So eine Ausgangsposition hätte ich gerne für unsere Jungs am Mittwoch gehabt.

Nachbericht

  • Gleich mal was Grundsätzliches für die lieben Chilenen. Nationalstolz hin oder her, extra lange Version hin oder her – es geziemt sich nicht, in die Hymne der anderen Mannschaft reinzusingen. Als Deutscher habe ich das Problem mit den zwingend und dringlichst reinzugrölenden Zusatzstrophen ja nicht, aber das hat mich schon gestört.
  • Wieso darf der Undiano eigentlich schon wieder pfeifen? Sepp, was soll denn das? Ach, das war ein anderer? Muss ich mir also neue Beleidigungen einfallen lassen. DU SPIELVERPFEIFER, WEICHSPIELER, FARBENBLINDER GOCKEL, GEH DOCH NACH HAUSE, LEG EINE KUSCHELROCK-CD EIN UND MASSIER DIR DIE WADEN MIT ORIGINAL LATSCHENKIEFER-EXTRAKT, DU ZWEIKAMPFALLERGIKER! Das war doch maximal eine gelbe Karte für Behrami, der hat halt hinten nun mal keine Augen! Und in der zweiten Hälfte dem Medel nur Gelb zeigen! Für’s an die Gurgel gehen! Markier dir doch vor dem Spiel die Karten, wenn du sie schon nicht auseinanderhalten kannst!
  • Anders als der Oliver Kahn will ich den Chilenen jetzt nicht so sehr Schauspielerei vorwerfen. Hand im Gesicht löst wohl bei jedem den Hinfallreflex aus. War bei dem Schweizer von Bergen in der 61. Minute auch so. Aber so richtig ans Herz gewachsen sind mir Waldo Ponce und Co auch nicht.
  • Mich hat das Spiel emotional berührt. Zu frisch sind noch die Erinnerungen an den Freitag. Ich hab überall Serben gesehen. Und statt Benaglio dauernd NEUER gerufen. Aber der Diego hat hinten wieder einiges rausgeholt. Das 1:0 war Pech, den köpft der Gonzalez auch nicht immer so perfekt über das hochgerissene Verteidigerbein rein.
  • Normalerweise rege ich mich bei keinem Spiel auf, wenn die Deutschen nicht beteiligt sind. Da können Tribünen einkrachen, Riesenchancen versemmelt werden oder Tore umfallen. Als aber der Derdiyok in der 90. Minuten den Ausgleich danebenzimmert, habe ich einmal kraftvoll „ACH SCHEISSE“ ausrufen müssen.
  • Ich halte den Schweizern weiter die Daumen. Gegen Honduras müsste ein Sieg ja wohl locker drin sein. So einen Schiri erwischst du doch nur einmal im Turnier. Huch, sowas Ähnliches habe ich auch letzten Freitag geschrieben…

Honduras – Chile 0:1

Vorbericht

  • Heute wende ich mich einmal an jene, die bei dem großen Fußballtohuwabohu bisher ahnungslos im Hintergrund standen und nicht mitreden konnten. Die bei jedem Eckball „Das war ganz klar Abseits“ reinrufen oder bei Diskussionen über die Heiligsprechung Maradonas ein entrüstetes „Aber ja doch, sie ist schließlich die Mutter unseres Erlösers!“ einwerfen und von da an bei allen Gesprächsrunden gemieden werden.
  • Folgende Sätze bitte auswendig lernen und beim Einlauf bzw. der Einwechslung des Chilenen Arturo Vidal (Rückennummer #8) fallen lassen: „Och menno, ich dachte, wir sehen endlich die erste Partie bei dieser WM, bei der noch kein einziger Spieler auf dem Platz Bundesligaerfahrung vorweisen kann. Das ist doch gerade das Reizvolle, einmal komplett neue Mannschaften abseits des Einflusses des deutschen Fußballs kennenlernen zu dürfen. Jetzt kann ich wohl nur noch auf Spanien gegen Honduras am kommenden Montag hoffen!“. Danach kurz im Schein der dummen Gesichter baden und sich entfernen. Sollte Arturo Vidal nicht eingesetzt werden, wie wild vor Freude im Zimmer herumspringen und die oben genannten Sätze entsprechend umändern in „Juhu, endlich sehen wir… Nun muss ich nicht mehr auf…hoffen“.
  • Die Fußballwelt setzt auf Honduras. Wo sind sie geblieben, die Außenseiter, die Nobodys, die Hinterherjapser? Die sich bereitwilig so herrlich die Hucke vollhauen lassen wie damals El Salvador 1982 gegen Ungarn? Die kurz nach Wiederanpfiff schon gemeinsam den ersten Wadenkrampf feiern? Bei denen das Publikum enthusiastisch zu schreien anfängt, wenn sie über die Mittellinie kommen? Vielleicht sollte man wirklich über ein Freilos für solche Teams nachdenken.
  • Wieder muss ich in meiner Panini-Sammlung einen schwarzen Schrägstrich bei einem Spielerbildnis anbringen. Julio Cesar de Leon musste verletzt abreisen, für ihn kommt Jerry Palacios, der nun zusammen mit seinen Brüdern Johnny und Wilson zum Kader gehört. Die Rasselbande! Fast so schlimm wie die Daltons. Diese Neuigkeit habe ich auf de.fifa.com aufgeschnappt und dachte mir, ich schreib es mal hin, falls hier Fans von Leon mitlesen. Seit der Besucherexplosion gestern (danke, Spreeblick) muss ich ja auf alle Eventualitäten gefasst sein.
  • Der Chilene war – holla – die zweitbeste Mannschaft in der südamerikanischen Qualifikationsrunde. Noch besser als Paraguay. Aber das sagt eigentlich nichts aus, die spielen dort schließlich manchmal auf Höhenlagen, wo der Messner sich nur mit Sauerstoffgerät hintrauen würde und Maradona ein ärztliches Einreiseverbot hat, weil für ihn schon beim Aufheben des Balls die Gefahr eines mittleren Herzkaspers bestünde.

Nachbericht

  • Sehen wir es ein: diese WM gibt uns keine Mannschaft den El Salvadorianer. Immerhin durfte man ein recht flottes Spiel mit vielen Chancen für die Chilenen beobachten. Erfrischend deren stramm nach vorn gerichtete Spielweise: da fragt niemand, ob die Räume dicht sind, ob die Viererkette stabil ist oder ob jeder Verteidiger schon den Ball hat berühren dürfen, bevor es über die Mittellinie geht. Nein, mit dem Antreiber Vidal geht es ohne großes Rumgehuddel flott durchs Mittelfeld und ab Richtung Strafraum. Und selbst wenn ein Tor gelingt, ändert sich die Marschrichtung kein bisschen. So gefällt mir das.
  • Der honduranische Torhüter mit einer Weltklasse-Aktion gegen Waldo Ponce. Dass ich die beiden Begriffe „Weltklasse“ und „honduranischer Torhüter“ mal in einem Satz nennen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Vor 25 Jahren hätte man über dieses Thema höchstens eine Zukunftsutopie schreiben können.