Peru – Dänemark 0:1

Von Peru habe ich vogelwilde Sachen gehört im Vorfeld. Paulo Guerrero (ex-Bayern, ex-HSV), der Teamleader, war eigentlich von der FIFA wegen Koksnäsigkeit gesperrt worden, klagte sich allerdings vor dem Schweizer Bundesgericht noch zeitig rein. Tolle Sache. Vielleicht eine Option für Sandro Wagner, dem ja bisher nur Hochnäsigkeit nachgewiesen werden konnte.  Neben ihm stürmt Jefferson Farfan, den ich immer Onkel Funfun gerufen habe, als er damals in der Arena auf Schalke Kuhlen in die Außenbereiche des Spielfelds gezogen hat. Der wurde mit Lokomotive Moskau in Russland Meister, im gesegneten Alter von 33 Jahren. Schön. Taktisch spielen die Südamerikaner gerne polyfunktional, also mit ohne Taktik flott nach vorne, stürmen geschlossen auf einer Seite los und lassen dabei weite Teile des Feldes verwaisen, in denen die gegnerischen Verteidiger, noch über den Begriff polyfunktional rätselnd, sie dann nicht finden.

Jetzt erzählt euch der Oppa noch eine Geschichte aus dem Krieg. 1982 nahmen die Peruaner das letzte Mal an einer Weltmeisterschaft teil. Und ich war dabei. Also nicht auf dem Platz, sondern vor dem Fernseher. Ich weiß noch, als wär es gestern gewesen: Bei der Nationalhymne standen die Burschen wie an der Schnur aufgezogen in weißen Trikots mit rotem, schärpenhaftem Streifen und hielten den rechten Arm schneidig steif waagerecht vor der Brust. Bis heute weiß ich nicht, weshalb die sich hinstellten wie eine Auswahl männlicher Schönheitsköniginnen aus einer alternativen Zeitlinie, in der Heidi Klum Reichsmodelministerin geworden ist. Hat mich aber damals beeindruckt. Vielleicht kramen sie den Move heute ja nochmal raus.

Mit den Dänen muss ich gleich tüchtig schimpfen. Jeder, der einen Lego-Stein einigermaßen geradeaus kicken kann, weiß: Im Tor steht Schmeichel, auf der Bank sitzt Morten Olsen, die Spielernamen enden auf -sen oder -gaard. Und diesmal? Nur 2 von 3 Punkten erfüllt. Kein Morten mehr! Darf man das? Stattdessen Age Hareide, ein tantchenhaft dreinschauender Norweger. So geht’s ja nicht!

Etwas milder stimmt mich die ordentliche Zahl an Bundesligaspielern: Vestergaard aus Mönchengladbach, Delaney nun aus Dortmund, Poulsen aus Leipzig. International stechen Christian Eriksen und Hans-Christian Andersen hervor. Letzterer ist leider schon tot, hielt Fußball für neumodischen Hipsterquatsch, schrieb aber tolle Märchen.

Von Stimmungsfanatikern soll ich noch folgenden Buh-Ruf einfügen: Wegen Dänen sind die feierfreudigen Iren nicht dabei!


Erstes Tor eines Bundesligalegionärs, der sich einfach kackfrech den zweiten Vornamen als Künstlernamen aufs Trikot hat beflocken lassen. Sehr ansehliches Spiel, in dem die mit dem roten Streifen einen Punkt für ihre Angriffsbemühungen verdient gehabt hätten. Aber die lassen Chancen liegen, das wünschst du deinem ärgsten Konkurrenten nicht.

Könnte in der Gruppe nicht auch der Dritte weiterkommen? Ging bei der EM 2016 doch auch. Ich frag ja nur…

Wichtiger Hinweis für Jürgen Klopp: Zu viele Zähne, Jürgen, du zeigst in deinem aktuellen Werbespot eindeutig zu viel Zähne. Bitte nachdrehen. Danke.

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