[Achtelfinale] Kolumbien gegen Uruguay 2:0

  • Uruguay sind ab jetzt quasi die Böhsen Onkelz dieser Weltmeisterschaft. Nein, sie singen keine dumpfen Gröl-Lieder oder haben sich unnötigerweise wiedervereinigt. Sie fühlen sich geächtet, überhart abgestraft, ausgestoßen und deshalb stark. Denn der Dracula-Laiendarsteller in ihren Reihen darf nicht mehr mitkicken. So etwas kann natürlich auch das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken und eine „Wir gegen alle“-Mentalität zutage fördern. Vielleicht laufen die Urus deshalb heute alle in Suarez-Trikots auf. Oder spitzen sich die Zähne an.
  • Mich würde ja interessieren, mit welcher Begründung die Juristen des Verbandes gegen das Urteil der FIFA-Disziplinarkommission angehen. Die Nummer, ungeahndete Verstöße anderer Spieler aufzulisten, ist ja schon mal ganz schwach. Denn es gibt bekanntermaßen kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht. Ich bin mir sicher, irgendwo in Montevideo arbeiten sie an der Rechtsfigur des entschuldigenden Notbisses oder der rechtfertigenden Bisswehr. Für Fußballer, die unter immensem Druck auf dem Platz stehen und nicht wissen, wohin mit ihrer Dummheit.
  • Ich bin ziemlich emotionslos bei der Frage, wer von mir aus von den beiden Teams am Ende ins Viertelfinale einziehen sollte; den Uruguayern klebe ich jedenfalls nicht den Aussetzer eines Mitspielers an, der ja nun hinreichend bestraft wurde. Wenn es am Freitag dann aber gegen Brasilien geht, werde ich wohl wieder dem Außenseiter die Daumen drücken.

  • Hochverdienter Sieg der Kolumbianer. Da kann sich Brasilien schon mal freuen. Denn die Cafeteros sind derzeit die Mannschaft, die immer für einen magischen Moment gut ist. Wie etwa James beim 1:0 mit dem Rücken zum Tor die Kugel annimmt und dann volley unter die Latte wuchtet, war schon Abschlussfeinkost. Oder wie Cuadrado klug beim 2:0 den Ball auf den frei stehenden Mitspieler auflegt.
  • Mit fünf Treffern ist James damit der alleinige Toptorschütze. Der Bub sieht zwar aus wie einer Boyband entflohen, hat aber definitiv den Teufel im Fuß. Auch erwähnenswert: David Ospina, den ich wegen seines unspektakulären Auftretens eher auf der Poststelle Bogota-Ost III am Schalter als im Tor der Nationalmannschaft verortet hätte. Aber der Mann hält absolut zuverlässig und sicher.

Tore:

1:0 James (28.)
2:0 James (50.)

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