USA – Deutschland 0:1 / Portugal – Ghana 2:1

  • Wenn mir heute nochmal jemand mit einer dieser „Deutschland ist weiter, wenn…“Matrixen kommt, setzt es Schellen. Ebenfalls auf der Liste der Reizwörter, die eine ungefragte Portion heiße Ohren nach sich ziehen: „Nichtangriffspakt“, „Wie damals in Gijon“ oder „Gijon? Kommt da nicht der leckere Senf her?“. DAS IST DIJON!!!!
  • Alles Nonsens. Denn natürlich wird heute kein Unentschieden abgesprochen. Wir machen flott das 1:0 und dann gucken wir mal, ob der Ami alles nach vorne schmeißt oder doch lieber mit einem Knopf im Ohr abwartet, wie sich denn der Ghana-Mann im Spiel gegen Portugal so entwickelt. Als Zeitvertreib können wir ja Götze und Lahm vorne in den Sturm stellen und hohe Flanken reinsegeln lassen. Oder auf der anderen Seite tritt Jermaine Jones was um. Es gibt heutzutage doch so viele Möglichkeiten, 90 Minuten zu gestalten, ohne dass etwas passiert und man dennoch weiterkommt. HSV-Fans, die vor ein paar Wochen die Relegationsspiele gegen Fürth gesehen haben, werden das bestätigen können.
  • Die einzige Konstellation, bei der mir der Ruhepuls leicht ansteigen könnte, wäre, wenn wir von den Amis früh einen reinbekommen und Ghana flott zwei bis drei Tore erzielt. Dagegen setze ich aber zwei hochwissenschaftliche Argumente: 1)  Im kicker-Sonderheft auf Seite 66 ist links Jürgen Klinsmann und rechts eine Anzeige mit geradezu prophetischem Titel geschaltet. Ein untrügliches Zeichen, dass der Ami heute lange ohne Abschluss durchhält. 2) Der ghanaische Trainer hat just Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari aus dem Kader geschmissen.  Wahrscheinlich treten die sich eher untereinander oder Cristiano Ronaldo, in der Hoffnung, dass der dabei Geld fallen lässt. Diese Afrikaner – man muss sie einfach gerne haben.
  • Derweil hat CR7 ein Problem. Nachdenklich und einsam schlendert ER über das Trainingsspielfeld. Die Chance auf SEIN Weiterkommen ist eher gering. Damit könnte ER sich ja noch abfinden. Aber Ausscheiden, ohne einen Glanzpunkt gesetzt zu haben, ohne aufgefallen zu sein? Neidisch blickte ER die Tage zuvor auf Luis Suárez, der die Schlagzeilen bestimmte. Was könnte ER tun, um die Gunst der Medien zu erlangen? Etwas, dass SEINEN gottgleichen Status illustrierte? Etwas, was sich aber auch prima vermarkten ließe? Etwa für SEINE famosen weißen Edelschlübber aus eigener Kollektion? Als er direkt unter dem Tor innehält und sein Blick nach oben ans Lattenkreuz wandert, kommt ihm eine Idee. „Gottgleich“, „Lattenkreuz“, „weiße Schlübber mit der Aufschrift cr7underwear.com“. Wenn er jetzt doch nur mit seinen schönen Händen Nägel einschlagen könnte…

  • Hi! Welcome to „American english for soccer fans“, my name is Jürgen. Let’s start with some typical phrases:
  • „Dude, that was fucking boring“
    „Eine spannende Partie, die von beiden Seiten mit viel Herz und Engagement geführt wurde“
  • „It was raining ALL THE FUCKING TIME“
    „Auch das vielleicht nicht optimale Wetter konnte die Qualität des Spiels nicht trüben“
  • „That Hoewedes guy has rather thin hair“
    „Die deutsche Abwehr um Benedikt Höwedes ließ nur wenig zu“
  • „FUCK! Who’s that creep that scored against the mighty U.S.A?“
    „Holla, Thomas Müller hat schon wieder getroffen!“
  • „Loew looks a lot like Winfried Glatzeder when his hair is soaking wet“
    „Ich und mein Freund Jogi bleiben auch nach diesem Spiel gute Freunde“
  • „Thank God it’s over“
    „Schön, dass beide Teams als Gewinner vom Platz gingen“
  • „I’ll never waste my time with this kind of crap again. Watching paint dry would have been more fun“
    „Amerika holt immer mehr im Weltfußball auf. Mit Belgien wartet nun ein schwerer Gegner auf unsere Mannschaft“

Tore Spiel #1:

0:1 T. Müller (55.)

Tore Spiel #2:

1:0 Boye (31., Eigentor)
1:1 Gyan (57.)
2:1 Cristiano Ronaldo (80.)

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16 Gedanken zu “USA – Deutschland 0:1 / Portugal – Ghana 2:1

  1. Besten Dank, werter Herr Inishmore, damit wäre die bundesdeutsche Vorrundenmesse ja gelesen. Im Achtelfinale dann Algerien, danach Frankreich, dann Brasilien und zum Schluss Holland. 40 Jahre nach München und wieder mit Müller. Hätten man’s gleich gewusst, hätte man sich die Fahrt nach Übersee sparen können und das Ding auf einem Acker bei Aachen ausmachen können.

    Herzlich
    Ihr Schoss

    • Ich ziehe ein „n“ bei „hätten“ ab und dennoch verbleiben Sie, werter Herr Schoss, als Kandidat bei 99 Punkten, Sie Meister der frühzeitigen Turnieranalyse!

    • Es ist einfach mein persönlicher Ausdruck der Wertschätzung. Gibt es irgendwo eigentlich schon einen Zusammenschnitt der schönsten CR7-Fehlabschlüsse? Allein gegen Ghana war es wieder eine Freude, dem Superstar beim Versemmeln zuzuschauen.

  2. Ich glaube, der Kommentarteil des Blogs macht sich einen Spaß, an beliebigen Stellen den Buchstaben ’n‘ zu entfere…

  3. Wir haben hier auch baldowert. Allerdings wurden Theorien darüber entwickelt, was passieren müsste, damit Portugal doch noch über die Vorrunde kommt – das war wenigstens rechnerisch schön … dass die Neu-Fußballer aus den USA den gestandenen, deutschen Fußballhasen einen einschenken würden, stand nie zur Debatte … und wenn erst der Weltmeistertitel heim geholt sein wird, dann geht es an die Weltherrschaft …

    • Cristiano Ronaldo hätte öfter treffen müssen bei seinen gefühlten 237 Torchancen 😉
      Ich hatte beim Spiel gegen die USA auch null Bedenken, dass da etwas in die Hose gehen könnte. Nach dem 1:0 war der Zahn dann vollends gezogen.
      Weltherrschaft? Naja, wenn der Ami nicht will oder kann und der Russe schon zuhause ist…

  4. Pingback: [Viertelfinale] Niederlande gegen Costa Rica | Das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch

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