Belgien gegen Russland 1:0

  • Ich stehe immer noch unter dem Eindruck des Spiels gestern Abend. Träumte vergangene Nacht, wie drei, vier  Ghanaer kurz vorm Schlusspfiff auf mich zulaufen. Lahm ruft von ganz weit hinten „Oopsie, den hältst du jetzt mal besser“. Meine Selbstsicherheit? Plötzlich weg, weil ich zuvor zwei Treffer gefangen und einmal lustig den Ball in die Luft geworfen hatte. Alle lachten schon voller Vorfreude, an der Seitenlinie tanzte Jürgen Klinsmann mit Berti Vogts Lambada, Kevin-Prince Boateng zerriß vor Freude ein Syndesmoseband mit bloßen Zähnen und Cristiano Ronaldo illuminierte den Platz mit einem strahlenden, schleimumwölbten Grinsen.  Davon bin ich Gott sei Dank aufgewacht.
  • Gegen Belgien mag ich nicht kommen im Achtelfinale. Da werden Erinnerungen wach, wie der Mertens gegen Algerien den Konter wuchtig und unhaltbar abgeschlossen hat. Oder der Fellaini zuvor zum Ausgleich den Kopfball ins Netz bugsierte. Das könnte wie gegen Ghana laufen, nur eine Spur effektiver ausgehen. Dem Russen hingegen ist alles zuzutrauen, ich habe den auch nach seiner Auftaktpartie noch nicht durchschauen können. Vor allem der patzende Torwart ist wahrscheinlich Teil seiner Taktik.
  • Mein Wunsch daher für die Partie heute: Sieg Belgien, die dann Gruppensieger wären und uns im Achtelfinale aus dem Weg gingen. Wir träfen dann optimalerweise auf den Südkoreaner, der sicherlich freundlich und harmlos genug wäre, uns den Vortritt zu lassen. Sonst darf Heung-Min Son nicht mehr nach Hause, sondern muss seine Fußballtage mit kreischenden Teenies in Seoul zubringen.

  • Die Belgier bleiben die Spätzünder dieses Turniers. 85 Minuten Fußball für Freunde des freudlosen Fußballs. Die Russen mit zwei guten Einschussgelegenheiten, Dries Martens bei Belgien mit einer kurzen Drangphase. Sonst nichts.
  • Erst in den letzten Minuten eine ansehnliche Begegnung, auch weil Eden Hazard plötzlich den Torwärtsgang entdeckt hat. Seine Vorlage verwandelt der eingewechselte Origi zum einzigen Tor des Spiels. Wer auch immer aus der Gruppe H gegen uns im Achtelfinale antritt: Jogi und Co müssen aufpassen, dass er unsere Mannschaft fußballerisch nicht zu Tode langweilt.
  • Sepp Blatter war unter den Zuschauern, die Kameras fingen ihn während der Hymnen ein. Matthias Opdenhövel hätte bestimmt aus dem Off den Imperial March aus Star Wars gepfiffen. Eine verpasste Gelegenheit, Herr Réthy!

Tore:

1:0 Origi (88.)
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2 Gedanken zu “Belgien gegen Russland 1:0

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