Schweiz gegen Frankreich 2:5

  • Meiner Meinung im späten Siegestaumel der Schweizer zu Unrecht untergegangen ist die wissenschaftliche Leistung des Stephan Lichtsteiner. Der hat nämlich die Schaumkurvendiskussion erfunden, als er den Schiri darauf hinwies, dass der Ecuadorianer Ayovi vor der Hereingabe des Freistoßes zum 0:1 den Ball nicht korrekt hinter den Spraykringel gelegt hat. Die fehlende Aufarbeitung durch den Unparteiischen wirft Fragen auf: Ist der Kringel im Gegensatz zum Strich vor der Mauer rechtlich nicht bindend? Was geschieht mit notorischen Sprayverweigerern wie Joel Aguilar in der Partie gestern? Wo kann sich Reinhold Beckmann lecker Nachschub kaufen, wenn die WM vorbei ist? Wann stiebitzt Mario Balotelli dem Referee die Spraydose und malt damit einen lustigen Penis aufs Feld? Urs Meier hat sicher während der Trockenphase seines Schaumfestigers über alle diese Fragen nachgedacht.
  • Es ist ein klassisches „Beide bitte weiterkommen“-Spiel. Denn die Honduraner haben außer Kloppen und Mauern nix drauf und die Bergziegentruppe brauche ich bei dieser WM, bei der eh jeder Südamerikaner weiterkommt, nicht wirklich auch noch im Achtelfinale. Was soll der Einwand, dass ich vor ein paar Tagen Honduras noch eine zärtliche Liebeserklärung habe angedeihen lassen? Wegen denen habe ich 5 Euro verloren!
  • Die Franzosen vollkommen außer WM-Form. Gewinnen glatt ihr Auftaktspiel. Ist denen seit 1998 nicht mehr passiert. Damals auch 3:0 (gegen Südafrika). Wohin das schlussendlich geführt hat, ist ja bekannt. Man muss sich Sorgen machen.

  • Wieder eines dieser Ergebnisse, die man im freundesinternen Tippkreis gerne mal vorhersagt. Mit sieben Treffern die torreichste Partie bei dieser WM. Giovanni Trapattoni würde analysieren: „Schweizer Abwehr wie Käse löcherig“ oder „Schweizer Riegel wie schlecht nachgemachte Toblerone brüchig“. Beim 0:1 faustet Benaglio einen Kopfball ins eigene Tor (bin ich der Einzige, der meint, dass der Verteidiger auf der Linie den ohne Einwirkung seines Keepers locker rausgeköpft hätte?). Das 0:2 nach schreiendem Fehlpass schlägt im Torwarteck ein. Immerhin funktioniert die Elfmeterabwehr (wichtig, falls es mal zu einem Elfmeterschießen kommen sollte), wobei den Nachschuss selbst ich nicht edler hätte versemmeln können.
  • 0:3 Konter nach himmelweitoffener linker Abwehrseite im Anschluss an  einen Eckball. Beim 0:4 pennt der für den früh verletzten von Bergen reingekommene Senderos. Ottmar, ganz der Sportlehrer, schreibt derweil auf der Bank ins Mannschaftszeugnis: „Abwehr: mangelhaft (-)“. 0:5 nach schöner Vorarbeit von Benzema, Anschluss durch einen feinen, flach reingetriebenen Freistoß und schließlich das 2:5 per Direktabnahme durch Xhaka nach tollem Anspiel von Inler. Mitten in den Schlusspfiff zimmert Benzema noch einen rein, aber der soll nicht mehr zählen.
  • Nun müssen die Schweizer im letzten Spiel gegen Honduras einen vorzugsweise hohen Sieg einfahren, um die Runde der letzten 16 zu erreichen. Immerhin haben sie damit Erfahrung, denn 2010 mussten sie schon mal im abschließenden Vorrundenspiel gewinnen. Gegner damals: Honduras. Endstand: 0:0.

Tore:

0:1 Giroud (17.)
0:2 Matuidi (18.)
0:3 Valbuena (41.)
0:4 Benzema (67.)
0:5 Sissoko (73.)
1:5 Dzemaili (81., direkter Freistoß)
2:5 G. Xhaka (87.)
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