Belgien gegen Algerien 2:1

  • Geheimtippalarm! Hatten wir bisher eigentlich einen Geheimfavoriten? So einen, über den man im Vorfeld positiv gemunkelt hat, der aber noch keine echten WM-Meriten sammeln konnte? Bei dem man sich nicht so ganz sicher ist, ob er im Turnier dann auch was reißt? „Costa Rica“, rufen jetzt sicherlich einige, aber ich glaube, die Ticos hatte nicht mal Lothar „spekulatius grandus titelfavoritus“ Matthäus auf dem Zettel.
  • Belgien wird häufig genannt. Souverän vor Kroatien die Qualifikation plus international in Topligen spielende Akteure in den Reihen wie Keeper Courtois (Atletico Madrid), Fellaini (Manchester), Hazard (Chelsea), Witsel (Zenit) oder Lukaku (Everton). Aus der Bundesliga grüßen Casteels (Hoffenheim), van Buyten (Bayern) und de Bruyne (Wolfsburg). Letztgenannter kann ein ganz Großer in diesem Turnier werden und läuft immer putzig rot an, wenn er ausgepumpt ist. Da fühle ich als Hypertoniker mit. Beim Trainer schließlich lacht mein Schalker Herz: Marc „Kampfschwein Willi“ Wilmots, 1997 Bestandteil des legendären UEFA-Cup-Gewinner-Teams.
  • Algerien. Allah im Kampf um Punkte, Teil 2. Wobei ich mich ja immer noch nicht ganz von dem 0:0-Stinker Iran gegen Nigeria erholt habe. Die Afrikaner enttäuschen bisher bei dieser Weltmeisterschaft. Wäre der Japaner nicht so unendlich freundlich und bescheiden, dass er sich nach einer Führung in Minutenschnelle zwei Buden von der Elfenbeinküste reinzimmern lässt, stünde noch kein Sieg zu Buche. Die Nachfahren von Madjer sind nicht zu unterschätzen, die Spieler kommen fast durchweg aus hochklassigen Ligen, wenn auch nicht aus Topvereinen. Mein Liebling ist natürlich Rais M’Bohli, der einzige Teilnehmer aus der bulgarischen Liga und Besitzer eines Namens, der ihn eigentlich fürs Dschungelcamp prädestinieren würde. Hoffentlich spielt der heute auch.
  • Mein Dönermann hält übrigens für Algerien. Nach Deutschland natürlich. Eigentlich kommt er aus Syrien und baut den besten XXL-Döner im Umkreis von mindestens drei Tagesfußmärschen. Wo jetzt sein Faible für die Nordafrikaner herkommt (Glaubensbruderschaft, gemeinsame Sehnsucht nach Sand und glattgeschorene Häupter), weiß ich nicht. Sollten die Wüstenfüchse aber ins Achtelfinale kommen, gibt’s vielleicht mal einen XXL-er aufs Haus.

  • Belgien, Belgien, das war knapp. In der ersten Halbzeit Schildkröte, ab Minute 60 Kampfschwein. Turniererfahrung hin oder her, auch als Frischling reißt du doch deinem Gegner im Strafraum nicht fast das Trikot vom Leib. Verdienter Elfmeter, verdienter Rückstand. Denn Algerien überzeugte mit einer aggressiven, kämpferischen Einstellung.
  • Info für Fußballmoderegularienfreunde: beide Trainer mussten auf Aufforderung des vierten Unparteiischen trotz der Hitze ihre Jacketts anziehen. Ich wusste es doch: der Hemden-Jogi ist seit Jahren Rebell.
  • Das Freistoßspray klumpt heute ein wenig. Möglich, dass Cristiano Ronaldo im nächsten Spiel mit seinen Freistößen an so einem Häufchen scheitert.
  • Ein Kopfballtor von Fellaini führt zum Ausgleich. Nach gestern Pepe trifft erneut ein Wuschelkopf. Ein Trend?
  • Und ausgerechnet ein Konter der Belgier sorgt für die Entscheidung. Respekt, Algerien, für den Kampf, danke Belgien für den Sieg. Ich kann also doch noch richtig tippen.

Tore:

0:1 Feghouli (25., Foulelfmeter)
1:1 Fellaini (70.)
2:1 Mertens (80.)

 

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2 Gedanken zu “Belgien gegen Algerien 2:1

    • Iran ist nach der Partie gegen Argentinien doch mit Sicherheit der Geheimfavorit der Herzen. Sofern es denn sowas gibt. Ich drücke denen jedenfalls die Daumen, dass sie gegen deprimierte Bosnier einen reinwurschteln und ins Achtelfinale kommen.

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