Schweiz gegen Ecuador 2:1

  • Ich bin noch mitgenommen von der ganz späten Schicht gestern mit Reinhold Beckmann und Elber. Die in der Pause wirklich das Freistoßspray getestet und teils verköstigt haben. In den wenigen Stunden Schlaf danach träumte ich davon, dass ich morgens ins Bad käme, Reinhold sich Rasierschaum auf die Hand gesprüht, daran geleckt und lauthals lachend „SCHMECKT ABER NACH NICHTS“ gerufen hätte. Gut, dass dies das einzige WM-Spiel zu ganz später Stunde war. Die Nacht lässt Menschen seltsam werden.
  • Die Schweizer haben vergangenen Freitag ein wichtiges Trademark in ihrem Fußballportfolio verloren: den Sieg über die Spanier bei einer Weltmeisterschaft. 0:1 triumphierte man damals in Südafrika im ersten Spiel der Vorrunde. Und scheiterte schließlich an Honduras, denen einfach kein Tor beizubringen war. Diese überzeugende Nichtleistung konkurriert nur mit jener von der WM 2006, als die Eidgenossen im Elfmeterschießen gegen die Ukraine keinen einzigen Ball hinter die Linie bekamen, nachdem man zuvor selbst in allen Spielen ohne Gegentor geblieben war. Mit dem Tor fremdelt er also noch etwas, der Schweizer, da sollte man nicht unbedingt auf ihn bauen. Ein 0:0 gilt heute angesichts dessen als risikoarmer Tipp.
  • Ich mag unsere Nachbarn. Haben mit Ottmar Hitzfeld einen deutschen Trainer, viele Bundesliga-Legionäre wie z.B. Benagli0 (Wolfsburg), Shaqiri (Bayern München), Drmic (bald Leverkusen), Xhaka (Mönchengladbach) oder Mehmedi (Freiburg) und seit heute muss man von Seiten der Deutschen aufpassen: aus dieser Gruppe könnte unser Viertelfinalgegner kommen. Mit den Schweizern wäre ich da recht zufrieden – die knacken wir doch spätestens im Elfmeterschießen.
  • Bei Ecuador denke ich als erstes immer an Bergziegen. Das soll jetzt keine Beleidigung sein, ist aber so. Wohl weil die Burschen ihre Qualifikationsspiele stets im heimischen Quito in luftiger Höhe gewinnen und sich so die entscheidenden Punkte holen. Groß aber ist das Gemähe, wenn die Herde fernab gewohnter Felder ein paar hundert Meter tiefer spielen muss; dann gelingt ihr nämlich wenig. Kein einziger Auswärtssieg bei acht Partien, Torverhältnis von 5:13 in der Fremde bei 15:3 zuhause. Nun haben ecuadorianische Wissenschaftler herausgefunden, dass gerade bei dieser WM nur Auswärtsspiele anstehen. Dumm gelaufen.
  • Antonia Valencia (Manchester United) ist der bekannteste Spieler, aber wer ManU vergangene Saison gesehen hat, zäunt da jetzt nicht vor Angst seine Weide ein. Ich denke, der Ottmar wird die ganz Alm-Öhi-mäßig mit ruhiger Hand im Griff haben. Aber Tore schießen nicht vergessen!

 

  • Alexander Frei, Alt-Internationaler der Schweiz, braucht da keine ZDF Mediatheken-App, um zu seinem Urteil zu kommen: „Freier geht’s nicht“, war das Motto dieses Spiels.
  • Das 0:1 lässt Ottmar Hitzfeld, ganz Mathematiklehrer, seine Mund- und Gesichtspartie zu zwei dünnen Parallelen formen. Lichtsteiner soll später der Fußballmathematik die Schaumkurvendiskussion schenken, weil der Ecudorianer vor der Hereingabe den Ball nicht korrekt in den Kringel gelegt hat.
  • Der Ausgleich durch Mehmedi – das erste Bundesligator dieser WM! Vom Ablauf her dezent kopiert, fast dieselbe Stelle, ein bisschen Gegner mehr.
  • Und schließlich in allerletzter Sekunde, nach einigem heftigen Abwehrtohuwabohu wirklich noch der Siegtreffer durch den eingewechselten Seferovic. Rodriguez, der Wolfsburger, leistet erneut die Vorarbeit. Freier geht’s nicht. Drei Punkte Schweiz, ein Tor Bundesliga, zwei Vorlagen Bundesliga, null Punkte Ecuador. Glückwunsch an die Eidgenossen.

Tore:

0:1 E. Valencia (22.)
1:1 Mehmedi (48.)
2:1 Seferovic (90.)
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