Schweden – Australien 3:1

  • Nee. Bäh. Ich mag nicht. Das hat doch keinen Sinn mehr. Ich habe letzte Nacht davon geträumt, wie Mario Basler und Nico Rosberg in Sport-BHs um mich herumgetanzt sind, sich gegenseitig an den Genitalien gezogen und dauernd „Oh, wie ist das schön“ angestimmt haben. Bis Cristiano Ronaldo hereinkam und mir sein neues Parfüm verkaufen wollte, während Melanie Behringer dauernd Flanken nach ihm schlug, die er alle mit dem Kopf ins sperrangelweit offene Fenster einnickte. In dem Moment bin ich schreiend aufgewacht.
  • Ich komme mir vor, als hätte ich mir ein neues Spielzeug gekauft, das schon nach ein paar Tagen kaputt gegangen ist. Und jetzt bin ich zu enttäuscht und leer, um es umtauschen zu lassen oder mein Geld zurückzufordern. Stattdessen starre ich das Ding an und stelle mir vor, wieviel Spaß ich noch damit hätte haben können.
  • Aber angefangene Dinge soll man nun mal beenden. Schweden gegen Australien also. Gegen die Siegerin wären wir gekommen.  Die hätten uns beide sicher besser gelegen. Lotta Schelin hätte man ruhig in der Verlängerung einmal aufs Tor laufen lassen können. Die Frau hätte den Anstand gehabt, den Ball in dem Moment neben das Tor zu setzen. Um dann im Elfmeterschießen zu treffen, das wir dann aber gewonnen hätten  Während bei den Australierinnen Servet Uzunlar hinten sicher einmal lieb zu unseren Gunsten gepatzt hätte.
  • Die Statistik spricht mit 5:1 Siegen klar für die Skandinavierinnen, aber seit gestern wissen wir ja, dass Statistiken ganz großer Mist sind. Wenn ich alleine schon die Ballbesitzstatistik sehe, kommt es mir schon hoch. Die sagt doch nur aus, wie viel länger eine Mannschaft den Ball in den eigenen Reihen rumspielt als die andere. Egal. Den Schwedinnen gönne ich ein Weiterkommen, die haben mir gegen die USA viel Spaß bereitet und den traue ich zu, diese flinken und zähen Japanerinnen nach Hause zu schicken. Wo sie sich mal ruhig in eine Ecke setzen und darüber nachdenken können, was sie gestern Abend angestellt haben.

Nachbericht:

  • Wenn Wissenschaftler eines Tages die DNA von englischen und australischen Fußballer/innen mischen, könnte sich das Problem der englischen Erfolglosigkeit am Elfmeterpunkt erledigt haben. Allerdings leider, weil das Ergebnis sich schon in 90 Minuten aus dem Turnier verteidigt hätte. Das ist jetzt gemein gegenüber den großartig kämpfenden Matildas, aber mit den Abwehrleistungen braucht es schon übermenschliche Kräfte, um den Rückstand immer wieder zu egalisieren.
  • Schon in der sechsten Minute das Zusammentreffen der Chancenfrauen dieser WM. Eine australische Verteidigerin schafft die Gelegenheit, Schelin verstolpert sie. Ein Duell, das die Australierinnen auf lange Sicht verlieren sollten. Denn Lotta kommt fünf Minuten später über außen, passt nach innen auf Sjögran, die trocken ins kurze Ecke abzieht. Barbieri braucht zu lange Richtung Boden und lässt den Schuss passieren – 1:0.
  • 16. Minute: Torschützin Sjögran flankt, Dahlkvist steht vogelfrei alleine im Strafraum, von so einer Situation träumen die kleinen Japanerinnen nachts, wenn sie im Dunkeln vom Hotel aus auf das Kopfballpendel schauen. Souverän oben eingenickt, 2:0. War es das schon? Das Spiel scheint für die Schwedinnen wie Urlaub auf Bullerbü zu werden nach den Auseinandersetzungen mit den USA,  Nordkorea und Kolumbien.
  • Bis Australiens #6, Ellyse Perry, wenige Minuten vor dem Halbzeitpfiff vom Strafraumeck einen Ball wunderbarst in den Winkel schlenzt. Sicherlich eines der schönsten Tore dieser Weltmeisterschaft. Es geht in die Pause, der Urlaub auf Bullerbü ist gestrichen.
  • Wird es nochmal spannend? Können die Aussie-Ladies zurückkommen? Hält die Abwehr? Nein, nein, ach was sind die korrekten Antworten. Grausamer Rückpass von Kim Carroll auf Lotta Schelin und den lässt sich die #8 der Schwedinnen dann wirklich nicht mehr nehmen, tanzt die Torhüterin aus und schiebt zum 3:1 ein. Lottchen hat getroffen, das kann nur das Ende bedeuten.
  • Die Matildas laufen weiter an, aber es wird nichts mehr. Besonderes Vorkommnis: Garriock haut Schelin den Ellenbogen ins Gesicht, eine klare Tätlichkeit, die ungeahndet bleibt. Ich bin mir aber sicher, heute Abend bei USA gegen Brasilien fliegt noch jemand vom Platz. Ich benenne meine Favoritin im Vorbericht.
  • Schweden steht im Halbfinale gegen Japan und schnappt sich den letzten europäischen Platz bei Olympia. Die deutschen Frauen werden 2012 also nicht in London dabei sein. Schade, aber nicht zu ändern.
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6 Gedanken zu “Schweden – Australien 3:1

  1. Sonntags, nach dem Presseclub. Da versteh mal einer diese Anstoßzeiten … Ich erwarte mal, daß die Schwedinnen Rücksicht darauf nehmen, daß das letzte Frustbier gestern doch wieder schlecht war und das Spiel ohne große Aufregung einfach mal gewinnen. Erstes Ausscheidungsspiel ohne Verlängerung. Punkt.

    • Ich kann nur raten: der Mann bei der FIFA, der kein Zeitgefühl hat. Und der ein Vorspiel vor dem Eröffnungsspiel ansetzt. Werde heute um 17:30 Uhr Zeuge einer seiner weiteren Meisterleistungen!

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