England – Japan 2:0 / Neuseeland – Mexiko 2:2

Vorbericht:

  • Die dritten Spieltage in der Gruppenrunde stehen an. Ekstase, Juhu und Juchee! Das sind übrigens keine Namen japanischer Ersatzspielerinnen, sondern freudvolle Ausdrücke ehrlicher Begeisterung. Denn als WM-Befasler darf ich nun in einem Beitrag gleich zwei Partien vorbescheiden, von denen nach dem bisherigen Turnierverlauf mindestens eine so interessant werden dürfte wie die Wahl zum intelligentesten Bewohner im Big Brother-Haus.
  • Sechs der acht Viertelfinalplätze sind vergeben, die Teams streiten sich nur noch um Platz 1 oder 2 in ihrer Gruppe. Ich höre die Reporterkanonen von ARD und ZDF bereits Motivationsbolzen einschlagen wie „Es geht um den Gruppensieg“, „Hier ist alles entschieden, die Mannschaften können also befreit aufspielen“ (kein Nordkorea-Witz beabsichtigt) oder „Man will sich mit einer guten Leistung aus dem Turnier verabschieden“. Profitipp: wenn letzterer Satz fällt, NICHT GUCKEN! Auch wenn der Augenaufschlag von Sven Voss verführerisch ist. Spätestens aber, wenn Kommentator Norbert Galeske wieder von „Transition“ statt „Übergang“ redet, muss jedem Zuschauer klar sein: hier spricht die pure Verzweiflung ins Mikro.
  • Mexiko kann noch den zweiten Tabellenplatz erreichen, ein Sieg gegen Neuseeland bei gleichzeitig hoher Niederlage von England vorausgesetzt. Und so sehr das Begriffspaar „Hohe Niederlage“ und „England“ auch bei mir als Fußballfan spontan für gute Laune sorgt, traue ich es den Conchitas nicht zu, in ihrem Spiel so derbe auf den Putz zu hauen. Schließlich kann Neuseeland befreit aufspielen und will sich mit einer guten Leistung aus dem Turnier verabschieden (WARNUNG! WARNUNG!).
  • Der endgültige Tabellenzweite dieser Gruppe zieht gegen unsere Auswahl ins Viertelfinale, sofern wir heute Abend die Französinnen rundmachen. Klappt das allerdings nicht, geht es gegen den Tabellenführer. Ich fasse es mal schlicht zusammen: entweder wir gegen Japan oder wir gegen England. Und da wäre mir England lieber, so aus rein historischen Gründen und dem nie zu unterschätzenden Aspekt der Schadenfreude. Schwer diskutiert werden dürften sicherlich die Vor- und Nachteile der weiteren Spielorte: belegen Prinz & Co nämlich nur den zweiten Platz, droht Leverkusen, nur bei einem Sieg geht es weiter nach Wolfsburg. Bundesligafans werden sich noch Generationen hinweg darüber streiten, was wirklich schlimmer ist.
  • Wer in der geselligen Runde sich a) für die einzig interessante Partie, also ENG – JAP entschieden hat und b) in einem Moment überbordender Langeweile Eindruck schinden möchte,  kann fallen lassen, dass Japans Frauen noch nie gegen eine europäische Mannschaft gewonnen haben, während die Engländerinnen wiederum noch nie gegen Japan siegen konnten. Da haben sich ja zwei gesucht und gefunden.

Nachbericht:

  • Jaja, das haben wir gerne, ihr Engländerinnen! In der ersten Runde Mist gespielt, in der zweiten Runde durchgequält und jetzt einfach mal die Japanerinnen geschlagen. Nur damit WIR in einem möglichen Viertelfinale den schwarzen Peter zugeschoben bekommen, das katastrophengeplagte Asienvolk nach Hause zu schicken. Ich könnt‘ mich geradewegs aufregen.
  • Noch schlimmer das Wie der Niederlage. Was bibbere ich mit dem kleinen Ding im Kasten der Japanerinnen, Ayumi Kaihori, immer mit! Keine löst meinen Beschützerinstinkt deutlicher aus; vor allem, wenn ein halbhoher Ball angesegelt kommt. Und was machen die fiesen Insulanerinnen? Überlupfen die arme Frau gleich zweimal bei ihren beiden Toren. Meine Reaktion darauf ließ sich kurz gefasst auf dem Trikot der japanischen #11 ablesen: OH NO.
  • Die liebevollen Bemühungen der Mexikanerinnen auf dem anderen Platz wurden ebenfalls zunichte gemacht. Die wollten am Schluss nicht mal mehr einen Sieg, sondern ließen die Kiwis tatsächlich noch den Ausgleich schießen. Für mich steht jetzt fest: den drehen wir eine Nase, spielen gegen Frankreich nur Unentschieden und hauen sie dann im Viertelfinale weg.
  • Sollten wir doch gegen Japan ran müssen, ist die Taktik wohl leider klar. Nicht ins Spiel kommen lassen, konzentriert abwehren, vorne was Hohes reinschaufeln, fertig. So sehr ich die Japanerinnen auch gegen Mexiko mochte,  die Mittelamerikaner sind nun wahrlich nicht für ihre Verteidigungswälle berühmt.
  • Zum Schluss noch mein Lieblingsspruch aus der wieder reichhaltig gefüllten Bonmots-Schatzschatulle von Claudia Neumann. Die interpretierte eine Traineranweisung von der japanischen Bank als Aufforderung an das Team, „höher zu stehen“. Höher stehende Japanerinnen auf Kommando. Wenn es so einfach wäre…
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8 Gedanken zu “England – Japan 2:0 / Neuseeland – Mexiko 2:2

  1. Ich weiß ja nicht, ob und wenn ja was Claudia Neumann so raucht, aber die eingewechselte Japanerin mit der Rückennummer 18 konsequent mit einem i zuviel als Mariuyama zu benennen hat doch schon etwas von Freudschem Versprecher.

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