Japan – Mexiko 4:0

Vorbericht:

  • Viel darf man schimpfen über das Abschlussvermögen der Damen bei dieser Weltmeisterschaft. Statistiker haben ausgehustet, dass aktuell nur noch halb so viele Tore erzielt werden wie anlässlich früherer Endrunden. Woran mag es liegen? Stören die ungewohnt vielen Zuschauer bei der Konzentration? Ist der Speedcell genannte Ball ungeeignet? Sehnend erwartet mein Auge den Anblick einer sich vergebens noch der Kugel streckenden Torfrau, meistens genügt ein Ausfallschritt, um das kullernde Etwas aufzuhalten.
  • Doch es gibt Ausnahmen: Monica Ocampo beispielsweise. Die Mexikanerin hat beim 1:1 gegen England bisher den gelungensten Fernschuss abgefeuert, was freilich etwas in den Hintergrund trat, weil die britische Torfrau mit einer spektakulären Nichtabwehraktion den Ruhm der Stunde auf sich zog. Interessantes Detail: Senorita Ocampo schießt von Natur aus mit links, bei ihrem Treffer bediente sie sich allerdings des rechten Vollspanns. Vielleicht eine Anregung für manche Spielerin, die vor lauter Aufregung aus 30 Metern schon das Bedürfnis verspürt, draufzuhalten.  Bein wechseln und sich überraschen lassen, was passiert.
  • Feingefühl im Umgang mit dem Ball zeigten hingegen die Japanerinnen bei ihrem Auftaktsieg gegen Neuseeland. Nach schneller Kombination fein gelupft und später einen Freistoß reingezwirbelt. Überhaupt sind die Japaner dafür bekannt, am ruhenden Ball zaubern zu können.   Der dänische Torwart bei der WM 2010 kann davon ein Lied singen.
  • Das soll es gewesen sein für diesen Vorbericht. Viel ist mir ehrlich gesagt nicht eingefallen, dafür ist der Text zu Neuseeland gegen England schön geworden.

Nachbericht:

  • Bevor angesichts des Spiels jetzt allen das Wasser im Mund zusammenläuft, muss ich mich als Speichelabsauger betätigen: gegen diese Japanerinnen kommen wir, falls am Dienstag nicht gegen Frankreich gewonnen wird.
  • Abschlussfeinkost aus Fernost, anders kann man dazu nicht sagen. Herausragend: die #8, Aya Miyama, die ich ab sofort nach dem Alt-Hamburger Flankengott Manfred Kaltz  nur noch Manni nennen werde. Manni schlägt Bälle rein, da kann sich mancher Kerl eine Scheibe von anschneiden. Und vorne lauert die alte weise Frau Homare Sawa, deren drei Tore bei Prinzens Birgit hoffentlich die nächste Zeit in Dauerrotation auf dem DVD-Player laufen werden.
  • Und Mexiko? Ich könnte zwei schöne Szenen anbieten, wo handgestützt eine zarte Diskussion über die jeweilige Entscheidung der Schiedsrichterin geführt wurde. Kein Interesse? Verständlich, das wäre sicherlich mit einer bestimmten südkoreanischen Spielleiterin und einer bestimmten afrikanischen Mannschaft als Gegner auch lustiger geworden.
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