USA – Ghana 1:2 (n.V.)

Vorbericht

  • Der Amerikaner wittert seine Chance. It’s time for US. Nothing’s gonna stop US now. Was sind die drüben ausgeflippt, als Landon Donovan das 1:0 gegen Algerien erzielt hat. Ich war überrascht, welche Euphorie dieses Tor auszulösen vermochte. Hoffentlich sind die jetzt nicht enttäuscht, wenn ihnen jemand erklärt, dass sie es damit gerade mal in die Playoffs geschafft haben.
  • Fußball heißt im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja immer noch Soccer statt Football. Altmeister John Cleese hat in seiner unnachahmlichen Art diesen Irrsinn zu ergründen versucht. Dabei ist der Hintergrundgedanke ganz simpel: reicht es nicht für den ersten, sozusagen den USA-Platz im Turnier, dann liegt Soccer wieder so wunderbar nah an Sucker, dem saugenden Lutschersport.
  • USA gegen Ghana ist auch das Duell mit dem letzten verbliebenen afrikanischen Vertreter. Schmeißen die Amis Kevin Prince und sein Gefolge raus, dürfte das politische Folgen nach sich ziehen. In dem Fall könnte eigentlich nur Universalweltmeister Barack Obama schlichten. Aber der erforscht glaube ich im Moment eher unnatürliche maritime Erdölvorkommen und stellt Rekorde im Schuldenmachen auf.
  • Ghana hat in drei Spielen noch kein Tor aus dem Spiel heraus erzielt. Sondern nur zweimal per Elfmeter getroffen. Ich schweige mich jetzt mal vielsagend darüber aus, welche Taktik da für das Achtelfinale ausgegeben worden sein könnte. Vielleicht geht es aber auch schief, denn der Ami kennt im Fußball keine Taktik. Ball nach vorne treiben, USA USA schreien und den Rest besorgen Landon, Clint und der liebe Gott.

Nachbericht

  • Fußball ist also doch nicht Hollywood. Dabei hatte zunächst alles gepasst: der böse Prinz aus dem fernen Land trifft früh, die US-Boys rappeln sich auf, packen sich gegenseitig an der Ehre, dem Spirit, dem Home of the Brave und der amerikanische Held Donovan sorgt per Elfmeter für den in aller Welt als gerecht empfundenen Ausgleich.
  • Dummerweise macht Asamoah Gyan quasi aus dem Nichts für die vorher quasi nichtexistenten Ghanaer das sehr wohl real existierende 1:2. Danach Kick’n’Rush der Amis, Deckel zu, Helden tot. Das Drehbuch würde sich niemand zu verfilmen trauen.
  • Dabei haben mir die Amerikaner wirklich imponiert. Spielten nach dem Rückstand nach einer gewissen Zeit gut nach vorne, erarbeiteten sich Chancen. Aber man sah auch: wenn auf dem Trikot hinten nicht Dempsey oder Donovan stand, konnte nichts draus werden. Auf der anderen Seite werde ich ab heute aufhören, über Kingson zu lästern. Der hat den Kasten mit allem saubergehalten, was in ihm drin war.
  • Klinsmann sah keine Kommunikation zwischen den Ghanaern, bemängelte die Körpersprache, bewertete es als schweren Nachteil, dass der serbische Coach seine afrikanischen Spieler nicht in ihrer Sprache anreden konnte. Und doch hat Ghana gewonnen. Des hätt net soi dürfe. War aber so. Football, sorry, soccer is crazy.
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Ein Gedanke zu “USA – Ghana 1:2 (n.V.)

  1. Thema Kingson: DAS ist mal Drehbuchmaterial. Nummer vier in der Keeperrangfolge beim permanenten Abstiegskandidaten in der Premier League und hält hier mit dem Spiel seines Lebens das letzte afrikanische Team im Turnier.

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