Uruguay – Südkorea 2:1

Vorbericht

  • Keine Zeit für Verschnaufpausen, direkt ab in die Ausscheidungsrunde. So ging es mir bei dieser Weltmeisterschaft auch sehr häufig, wenn ich die erste Halbzeit eines Spiels nur mit permanenter Fressalienzufuhr ertragen konnte. In dem Zusammenhang übrigens Danke, Brasilien und Portugal, für die kürzliche Magenverstimmung in Verbindung mit eurem oberöden Gekicke und Wasabi-Chips!
  • Für viele fängt die WM jetzt erst richtig an. Kommentatoren früherer Generationen hatten stets folgenden Spruch im Gepäck, der mittlerweile aber selbst bei Steffen Simon als zu abgegriffen gilt: „Ein Tor würde dem Spiel gut tun„. Aktuelle Spielbeschwatzer schwören hingegen auf diese Floskel, die wir zu 100% im Großteil der Begegnungen hören werden: „Aber es ist spannend„. Klar, denn einer fährt nach Hause. Der Südländer sogar oft zu weinenden Verwandten und brennenden Eigentumswohnungen. Bei dem Asiaten liegen hingegen noch zu wenig empirische Daten vor, so oft ist der bisher bei Turnieren noch nicht länger geblieben. Mit vor persönlicher Enttäuschung absichtlich versalzenem Reis könnte aber zu rechnen sein.
  • Achtelfinale ist so eine Sache. Als Veteran habe ich schon oft Rückfälle in den ersten Spieltag der Vorrunde miterlebt. Niemand will verlieren, niemand etwas riskieren, ein Unentschieden langt ja auch, wenn der Torwart am Morgen vor der Partie ein weiteres Paar Arme zur Elfmeterabwehr an sich entdeckt zu haben glaubt. Spannend wird es also erst, wenn einer in Führung geht. Noch besser, wenn es der Underdog ist und dem Favoriten der Angstschweiß des Versagens in die Stutzen läuft. Typische Symptome in der Folge sind: hemmungsloses Angriffsspiel, nach vorne stürmender Torwart in der letzten Spielminute und Platzverweise wegen deftiger, frustgestauter Angriffe auf Leib und Leben.  Schon könnte ich wieder die Brücke zum Uruguayer schlagen!
  • Irgendwie liest sich Uruguay gegen Südkorea nicht wie ein Achtelfinale. Man vergleiche es mal kurz mit Frankreich gegen Nigeria. Das erinnert mich daran, wie sauber ich in der Gruppe mit meinen Tipps danebenlag. Den Uru mit Diego Forlan spüre ich schon ein Stück eher weiterkommen als den Südkoreaner. Sollte mein Instinkt allerdings so versagen wie der des Franzosen vor dem Tor, könnte es zu einem möglichen Viertelfinale Südkorea gegen USA kommen. Was ja auch nicht wirklich angemessen klingen und Kim Jong-Il wohl in die spontane Selbstentleibung drängen würde.

Nachbericht

  • Ja, die magischen Momente des Fußballs vermag der Südkoreaner eben doch nicht zu produzieren. Laufen kann er, grätschen kann er, passen kann er und wehe, der Ball ruht und er kann seine Kenntnisse der Ballphysik in Ansatz bringen. Dummerweise wird seine zentrale Prozessoreinheit gerne mal von unerklärlichen Ausfällen heimgesucht (wie weit ist der Internet Explorer eigentlich im asiatischen Raum verbreitet?).
  • Wie beim Führungstreffer der Uruguayer. In dem Moment haben sicherlich Tausende von pummeligen Koreanern die PS3 hochgewuchtet und geschrien: „Reaction time EPIC FAIL! Den hätte ich aber bei allen 9 bisher erschienenen Pro Evolution Soccer-Versionen locker geklärt“.
  • Immerhin schaltet der Südkoreaner schnell bei Fehlern des Gegners, was man beim Ausgleich bestaunen durfte. Aus dem Turnier kickt man ihn aber endgültig mit dem oben erwähnten magischen Moment. Suarez nimmt den Ball, denkt nicht groß nach, sieht die Lücke und zwirbelt ihn an den Innenpfosten. Das kannst du mit Formeln nicht erklären, nicht kopieren, da braucht es Instinkt und ein bisschen Glück. Es wartet weiter viel Arbeit auf die Fußballforschungsabteilung in Seoul.
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4 Gedanken zu “Uruguay – Südkorea 2:1

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