Slowakei – Italien 3:2 / Paraguay – Neuseeland 0:0

Vorbericht

  • Freunde, bin ich entspannt. Mir kann heute niemand was. Die Sonne scheint, die Vöglein zwitschern, der Rasen hinter meinem Haus wächst und müsste wieder mal gemäht werden. Egal. Seit gestern Abend machen mir Rasen jedweder Sorte und Höhe sowie die darauf herumackernden Fußballerbeine keine Sorgen mehr. Heute darf von mir aus jeder weiterkommen. Wer spielt denn gleich überhaupt?
  • Ach, der Italiener. Nee, scusi, ein Freilos kriegt der dann doch nicht von mir. Nicht nach den bisherigen Spielen. Der soll erstmal schön den Slowaken besiegen, bevor er in unser Achtelfinale darf. Die Situation ist ähnlich wie beim Engländer gestern. Niederlage bedeutet „Ciao e Ciao“ (guten Tag und auf Wiedersehen), bei einem Unentschieden kann Neuseeland mit einem Dreier vorbeiziehen, bei einem Sieg ist der Italiener durch, könnte aber nur Zweiter werden, wenn der Kiwi höher gewinnt als er.
  • Ich würde mich daher an meinem lässig im Mund hängenden Grashalm vor Lachen verschlucken, wenn der Italiener heute 1:0 gewinnt, der Neuseeländer aber zeitgleich mit 2:0 die Paraguayer raushaut und es im Achtelfinale zu der Partie Italien gegen Niederlande kommt. Alternativ könnte natürlich auch der Paraguayer einfach gewinnen, dann hätten wir dasselbe Ergebnis für Italien. Aber ich würde gerne meine Lieblinge aus Neuseeland weiterkommen sehen.
  • Weiß eigentlich jemand, weshalb die Spiele der Gruppe F auf den Nachmittag vorgezogen worden sind? Eigentlich wäre doch Gruppe E mit den Niederländern dran. Wahrscheinlich wollten sich die Italiener nicht am Abend die Schenkel verkühlen. Vielleicht fliegen sie auch lieber abends nach Hause. Ein kleiner Scherz, ich tippe auf einen 1:0-Sieg über die Slowakei. Ich kenn doch meine Pappenheimer.

Nachbericht

  • Ohne Zweifel das gefühlt längste Spiel der Weltmeisterschaft, dieses 3:2 der Slowaken über Italien. Was habe ich den Kiwi auf dem anderen Platz angeschrien, dass er der ganzen irren Situation doch bitteschön mit einem Sieg noch die Krone aufsetzen soll. Aber da kam nix. Dennoch: Neuseeland scheidet unbesiegt aus – eine Leistung, die der Italiener heuer nicht geschafft hat. Normalerweise kommt er ja in der Vorrunde unbesiegt mit drei Unentschieden durch. Diesmal war aber der Slowake davor.
  • Der Robert Vittek ist ein eiskalter Killer, so habe ich den gar nicht in Erinnerung aus Nürnberger Zeiten. Beide Tore blitzschnell reagiert, abgezogen, eingenetzt. Sah man bisher nicht so oft bei dieser WM, wo gerne nochmal auf den anderen Fuß gelegt, ins Leere gepasst oder der Ball vertändelt wird.
  • Beim zwischenzeitigen 3:1 fiel mir der Spruch von Trappatoni ein. Die italienische Verteidigung war in dem Moment aber nicht wie Flasche leer, sondern eher wie ausgetrunkene Getränkegroßproduktionshalle. Dem Italiener, der erneut 90 Minuten ohne Mannschaft spielen wollte, fiel erst zehn Minuten vor Schluss ein, dass er mal ein Tor schießen müsste. Und prompt klappte das sogar. Morgen werden die Gazzetta della sporta wieder voll sein mit Verschwörungstheorien: der slowakische Torhüter Mucha hätte vom Platz fliegen, das Tor zum 2:2 zählen müssen und überhaupt mag niemand den Italiener. Alles wie gehabt.
  • Mein Bruder meinte direkt nach Abpfiff, dass er plötzlich Hunger auf Pizza hätte. Ich komischerweise auch. Gehe ich heute Abend mal gleich zwei Sophia Loren holen. Natürlich beim Kebabmann am Ende der Straße. Ich bin ja nicht lebensmüde.
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7 Gedanken zu “Slowakei – Italien 3:2 / Paraguay – Neuseeland 0:0

  1. Prima Idee, ich folgte dem Beispiel und bestellte ebenfalls Pizza. Und zwar beim Italiener. Grad klingelte es – und der Lieferant hatte tatsächlich ein blaues Trikot an. Er wirkte bemüht, die Fassung zu bewahren. Ich blieb sportlich, lächelte freundlich und sagte ansonsten nix 😉

  2. Sehr tapfer. Aber ich hätte es mir wahrscheinlich nicht verkneifen können, zum Abschied ein „Arrivederci, campione del mondo“ hinterherzurufen.

  3. Ich bin sehr sehr froh, dass die raus sind. somit wurde die schreiende Ungerechtigkeit der WM 2006, als Italien durch n scheiss schwalben Elfemter im Achtelfinale gegen Australien weiterkam, endlich gesühnt. Danke Lieber Fußball Gott! 🙂

  4. ich empfehle tiramisu zum nachtisch!
    hatte ich grad in eisform. ciao, italia.

    den kiwis allerdings hätt ich ein kleines wunder gegönnt.

  5. Als würden Restweltbewohner in Zeitlupe spielen…

    Nein, von Revisionismus ist da keine Spur, dafür war die Leistung einfach zu bedrückend. Etwas Gutes ist dem Ganzen aus meiner Sicht doch noch abzugewinnen. Das System Lippi hätten wir nun endlich abgewrackt. Bitte auf Reset drücken!

    Campari für alle!

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