Dänemark – Japan 1:3 / Kamerun – Niederlande 1:2

Vorbericht

  • Nun also der Niederländer. Gegen Kamerun. Vor der WM hätte ich gesagt, dass das eines der Topspiele sein müsste. Samuel Eto’o gegen Arjen Robben, da wird der Rasen zur Aschebahn und der Ball zum Hochgeschwindigkeitsobjekt. Und nun guck ich es nicht mal, weil Kamerun bereits draußen ist und der Elftal wegen des besseren Torverhältnisses der erste Platz in der Gruppe praktisch nicht zu nehmen ist. Glücklicherweise läuft die Partie heute auf RTL, da fällt es leichter, Dänemark gegen Japan den Vorzug zu geben. Dabei hat der Jauch sicher extra den Mario Barth eingeladen, damit der blöde Witze über den Holländer reißt (Hömma. Freundin. Wohnwagen. Autobahn. Haha!). Oder den van Bommel voll lustig nachmacht. Vielleicht sogar den Klinsi! Ich werde es nie erfahren.
  • Also Dänemark gegen Japan. Meine Sympathien sind klar verteilt. Während der Däne zumindest gegen Kamerun eine tolle Leistung abgeliefert hat, konnte der Japaner bei mir noch keine Wurstscheibe vom Brot, äh, kein Sushi vom Teller ziehen. Ich find den Trainer von denen auch so erschreckend lustlos. Der sieht aus, als dürfte er beim Abendessen nur mürrisch in den Fischköpfen herumstochern. Dann doch lieber Morten Olsen, den alten Haudegen, der ja mittlerweile von den Trainerbänken dieser Welt mit Vornamen begrüßt wird.
  • Die Ausgangsposition ist klar: Dänemark muss gewinnen, Japan reicht ein Unentschieden. Was auf erhöhte Verteidigungsbereitschaft der Nipponmannen hindeuten könnte. Spielt gar der bisher in jedem Spiel von mir geforderte Atsuto Uchida? Ich lasse hier nicht locker, bis ich den mal in Aktion gesehen habe! Ansonsten befürchte ich, dass das ein ziemlich langweiliger Abend werden könnte. Gut, dass mir die Pizza, die ich nebenbei essen werde, als schöne Erinnerung an ein anderes Spiel dieses Tages dienen wird.

Nachbericht

  • Die psychotherapeutische Fachliteratur hat ein neues Forschungsthema. Ball Hui Tor-Phobie oder auch: die Angst vor japanischen Freistößen. Dänemarks Keeper Sörensen ist der meines Wissens nach einzige internationale Patient, hat seine Krankheit heute aber mutig zur Schau gestellt. Zwei direkt verwandelte Freistöße reingelassen und sich einen dritten fast selbst reingeschubst. Überhaupt scheint der Japaner einen neuen Exportschlager vermarkten zu wollen – den Fernschuss aus Fernost. Dabei war das bisher doch unsere Domäne, siehe meinen Merkspruch „fear ze power of the german weitschuss“ vom WM-Tagebuch 2006. Aber Özil hat ja schon einen Anfang gemacht.
  • Weiterhin chronisch unbehandelt geblieben ist die Torchancenversieberitis von Jon Dahl Tomasson. Mit Müh‘ und Not einen Elfmeter nachträglich reingehumpelt und ein knappes halbes Dutzend Mal dem Chancentod herzlich die Hand geschüttelt. Damit ist Dänemark draußen und der Vertrag von Morten Olsen wird diesmal vielleicht nur um zwei weitere Jahre verlängert – ab 2012, denn bis dahin bleibt er sowie der Trainer.
  • Sollten wir im Laufe des Turniers wirklich auf den Japaner treffen, hier ein wertvolles Schulungsvideo (ich habe eh so das Gefühl, dass deren aktuelle Mannschaft viel von dieser Serie gelernt hat):
  • In der anderen Partie (die ich nur in Ausschnitten verfolgt habe), hat der Kameruner gut gekämpft, aber der Niederländer gewonnen. Schauer über den Rücken hat mir der Kurzauftritt von Robben gejagt – da kommt ab dem Achtelfinale was zu auf die Gegner.
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3 Gedanken zu “Dänemark – Japan 1:3 / Kamerun – Niederlande 1:2

  1. Hat mich auch gewundert, wurde dann aber korrigiert. Schließlich hätte der Japaner noch Tabellenführer werden können. Nichts ist unmöglich bei denen.

  2. Pingback: Japan – Mexiko « Das unfassbar kompetenzfreie WM-Tagebuch

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