Kamerun – Dänemark 1:2

Vorbericht

  • Kamerun. (KAMERUN!). Wer sich wundert, weshalb ich jedesmal den Namen dieser Mannschaft nochmal groß in Klammern schreibe, sollte meine Berichte zu Kamerun (KAMERUN!) gegen Japan und zu Italien gegen Paraguay lesen. Immer wenn ich den Namen eintippe, schwinge ich dabei anklagend die Faust wie ein alter Opa am Fenster, dem die Kinder ans Garagentor pinkeln. So haben die mich geärgert. Die haben heute Abend was gutzumachen.
  • Den Dänen mag ich ja. Fast so sehr wie den Finnen, aber der spielt ja wie jedes Jahr nicht mit, sondern sitzt zuhause und stimmt in der Dunkelheit die Metalgitarre. Heute hat der Däne die Chance, mal zu zeigen, was er kann. Ich würde mich freuen, wenn was käme. Aber so richtig drauf vertrauen tue ich nicht.
  • Der Niederländer mit seiner nüchtern-pragmatischen Spielweise ist bereits durch, jetzt steht der zweite Platz zur Ausschreibung. Wer heute gewinnt, darf sich noch bewerben. Ich bin jetzt ganz ehrlich: für ein mögliches Achtelfinale gegen die Italiener hätte ich nicht unbedingt gerne den Japaner. Da wirft sich der Keeper irgendwann was rein und der Rest verkommt zum Rasenmikado.

Nachbericht

  • Defensivspezialisten, Mauerfreunde und Abwehrdisziplinfanatiker dürften sich bei diesem Spiel kollektiv bereits in der ersten Halbzeit das Augenlicht geraubt haben, um nicht weiter hingucken zu müssen. Die Viererkette wurde kurzerhand zum locker aufgehängten Zielband mit der Aufschrift „Bitte ab hier aufs Tor schießen“ umfunktioniert. Ein wunderbares, ein herrliches Spiel. Das ist mein Fußball!
  • Verschont mich mit euren Statistiken, mit dem Ballbesitz, den gewonnenen Zweikämpfen oder wie oft sich ein Spieler die Hose oder die Nase hochgezogen hat. Ich will Torchancen sehen und die gab es auf beiden Seiten reichlich. Damit hätte man fast den kompletten ersten Spieltag dieser Vorrunde auffüllen können.
  • Bei den Dänen muss ich mich entschuldigen; ich hatte deren Sturm als so durchschlagskräftig wie einen weichgelutschten Legostein bezeichnet. Dabei waren die beiden erzielten Treffer allerfeinste Kombinationskunst (Kjaer, Rommedahl, Bendtner) bzw. Soloarbeit (Rommedahl).
  • Eine dicke Portion Drama ist auch dabei, denn wir haben die erste Mannschaft, die aus dem Turnier ausgeschieden ist. Und es trifft einen Afrikaner: Kamerun. Nein, diesmal keine Klammer mehr mit Großbuchstaben und Ausrufezeichen, den Makel haben sie getilgt. Für eine Mannschaft, die mit Eto’o eigentlich einen Killer im Sturm sowie einen guten Torwart hat, muss es grausam sein, zum Achtelfinale bereits wieder zu Hause sein zu müssen. Vor allem, wenn sie dort den Japaner ertragen dürfen, dessen Trainer die Begeisterungsfähigkeit seiner Truppe im Gesicht spazieren trägt.
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