Neuseeland – Slowakei 1:1

Vorbericht

  • Gestern nachmittag konnte man ja wirklich ins Grübeln kommen, ob man es für das Anschauen der angesetzten Begegnung wirklich wagen sollte, eine Abmahnung oder gar Kündigung zu riskieren. Heute ist der Fall klarer: wer das nicht gesehen hat, ist mega-out bei seinen Freunden und Bekannten und braucht Twitter, Facebook oder das andere Social Network-Gedöns gar nicht mehr einzuschalten.
  • Der Neuseeländer, auch Kiwi genannt, hat es wahrlich nicht leicht. Trifft er auf einen ach so tollen Australier, muss er sich sofort ein herzliches „Hobbitse, ich rieche Hobbitse“ anhören. Oder dass wieder mal Flossy, das Schaf die Wahl zur Miss New Zealand gewonnen hätte. Oder dass das Bruttosozialprodukt auch dieses Jahr unter aller Sau sei. Das alles weiß ich aus der hervorragenden TV-Serie um das viertbeste Folkband-Duo des Landes, „The Flight of the Conchords“, deren Genialität ich jedem des Englischen fähigen Lesers nun ans Herz legen möchte. Go, Kiwi, go!
  • Geruhsam allerdings ist seine Qualifikation. Auf Fiji den Häuptling unter den Tisch saufen, auf Vanuatu frische Raubkopien vom Landesserver abgreifen und in Neukaledonien… also, da weiß ich wirklich nicht, was er macht. Meist gewinnt er mit ein bis zwei Toren Vorsprung, bevor dann im Duell mit dem fünftbesten Asiaten das WM-Ticket gelöst wird. 1:0 hieß es am Ende gegen die Fußballgroßmacht Bahrain. Da hat der Scheich sicherlich getobt und einen neuen sandfarbenen Rolls-Royce mit diamantenbesetzten Scheiben kaufen müssen.
  • Der Slowake. Oder doch der Slowene? Nein, heute spielt der Slowake. Sicher? Ich kann die ja immer noch nicht auseinanderhalten. Mit vielen Bundesligaspielern aus Clubs wie Bochum, Mainz, Hannover. An dieser Stelle brandet sicher Jubel auf. Ach ja, der Neu-Schalker Jendrisek ist auch dabei. Egal, ich halte zu den Kiwis.
  • Ich schwöre, wenn der Slowake ins Halbfinale kommt, beschäftige ich mich ernsthaft mit seinem Land. Wenn er mit dem Slowenen die Weltmeisterschaft unter sich ausspielt, fahr ich hin. Oder erleide einen Hirnschlag.

Nachbericht

  • Wieder was gelernt: der Spitzname der neuseeländischen Fußballmannschaft lautet „All Whites“. Da hätte ich vor dem Turnier in Südafrika aber nochmal die Landesbehörde für Political Correctness drüberschauen lassen. Auch wenn freilich nur die Trikot-Hose-Stutzen-Kombination damit gemeint ist.
  • Vittek hat das erste Tor für sein Land bei einer WM erzielt. Hoffentlich geht der sympathische ex-Nürnberger das heute Abend ganz groß feiern. Ich glaub angesichts des Gegurkes auf dem Platz nämlich nicht, dass da noch viel nachkommt.
  • Von dem was ich gesehen habe, war der Neuseeländer bei weitem nicht so enttäuschend wie der Slowake. Und im indirekten Torekassieren-Vergleich sogar ruhmreich klarer Verlierer gegen Australien. In your face, socceroo!
  • Gerade wollte ich schreiben: „Was soll’s, wird die Slowakei eben Tabellenerster. Das hat diese Gruppe verdient.“ NUN MACHT DER KIWI SOGAR NOCH DEN AUSGLEICH. Winston Reid! Da schnapp ich doch über. Mein Tabellenführer der Herzen, ganz klarer Fall. Die Fahrt nach Bratislava kann ich mir sparen.
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2 Gedanken zu “Neuseeland – Slowakei 1:1

  1. Die Rugby-Spieler heißen „All-Blacks“, die Fußballer „All-Whites“.
    Man muss nicht hinter allem was Rassistisches sehen, typisch deutsches Problem.

    lg
    stefan

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