Italien – Paraguay 1:1

Vorbericht

  • Ich bin müde und kraftlos. Das geballte Unterhaltungsvakuum der Partie zwischen Japan und Kamerun hat mich mürbe gemacht. Und jetzt soll ich auch noch den Italiener ertragen. Auf RTL. Mit Klinsi (mögliche Wortbeiträge: „Der Italiener hat’s gern defensiv“ und „Der Paraguayer trägt gerne Streifen“). Das wird schwer. Wenn mir aber dieser Giovanni Zarrella mit einem Italosong über den Weg läuft, schalte ich aus. Ich hab auch noch Würde.
  • Italien ohne Andrea Pirlo, der sich (und den Spruch habe ich schon 2008 gebracht, aber ich finde, er passt einfach)  meinen entgeisterten Gesichtsausdruck nach dem WM-Sieg seines Landes ins Antlitz hat meißeln lassen. Trainer Lippi  hat so ziemlich alles, was erfolgsversprechend aufspielen könnte, konsequent aus der Mannschaft verbannt. Plus Luca Toni. Ein wenig werde ich den alten Strafraumhechter schon vermissen.
  • Der Paraguayer hat eine bessere Qualifikation als Argentinien gespielt. Die Hoffnung liegt im Sturm: Nelson Valdez (weniger), Roque Santa Cruz (eher) und Lucas Barrios (sehr, sehr viel). Hinten und im Mittelfeld ist eher die Abteilung „O dios mio“ zugange.
  • Habe ich schon erwähnt, dass Gruppe F schon fast peinlich leicht besetzt ist? Da wäre selbst der Bierhoff vor Scham errötet, wenn wir die bei der Auslosung erwischt hätten.

Nachbericht

  • Es hilft schon, seine Erwartungen vor einer Partie niedrig zu halten. Nach dem Desaster mit Kamerun (KAMERUN! *hier bitte visuell anklagende Armbewegung mit geballter Faust vorstellen*) erhoffte ich mir nicht viel von Italien gegen Paraguay. Insofern ist ein klarer Keinsieg der Italiener doch eine schöne Sache.
  • RTL hat sich wieder getoppt. Nicht nur, dass sie den Chor der Tonverfehler beim Abspielen der Nationalhymne wieder in vollstem Sound in die Haushalte gesendet haben – nein, sogar die ERSATZBANK mit Gattuso wurde verkabelt, damit der seinen schiefen Beitrag leisten konnte. Beim nächsten Spiel sitzt dann wohl Frauke Ludowig auf der Tribüne und steckt den Spielerfrauen das Mikro in den Ausschnitt.
  • Paraguay spielte eigentlich so wie der Italiener das üblicherweise tut. Spielaufbau des Gegners verhindern, überraschend einen reinmachen und weiter Spielaufbau verhindern. Nur hatten die Paraguayer die Rechnung ohne ihren Torwart gemacht. Springt keck vorbei und drin das Ei. Dem Buffon wär das selbst mit ausgetretenem Ischiasnerv nicht passiert.
  • Gibt es eigentlich Fans von Standardsituationen? Die kamen heute voll auf ihre Kosten. Eine Ecke, ein Freistoß, zwei Tore. Ich sehe ja lieber schöne Kombinationen, Doppelpässe, Fernschüsse, Torwartparaden. Aber in der Gruppe muss man mit wenig zufrieden sein. Italien nun bitte im Achtelfinale gegen die Niederlande. Mit Arjen Robben.
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3 Gedanken zu “Italien – Paraguay 1:1

  1. Ha, nach Japan – Kamerun konnte mich gar nichts mehr schocken. Die Italiener mit einer für sie zum Beginn eines Turniers mehr als würdigen Leistung. Und Paraguay ließ mich wieder träumen, dass südamerikanische Torhüter doch nichts draufhaben, wenn es drauf ankommt.

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