Tag 21: Rooney’s kicking home, he’s kicking home; der letzte Zaubertrick Brasiliens

ENG – POR 1:3 n.E.

[Vorbericht]

– Die Engländer sind ja immer noch im Turnier. Langsam ist es aber mal gut. The new heirs of rumble football, die neuen Erben des Rumpelfußballs. Die müssen wir heimlich beim 0:1 damals in Wembley angesteckt haben. Als wir danach gegen große Gegner keine Erfolge mehr erzielen konnten. Aber das ist seit gestern ja Geschichte. Fragt Maradona (den ich leider, leider in den letzten Stunden nirgendwo gesehen habe).

– Portugal gegen Deutschland im Finale. Hätte ich nix dagegen. Haben die bisher schon was gewonnen bei Welt- und Europameisterschaften? Spontan würde ich das verneinen wollen. Heuer wird es zwar leider wieder nichts geben, aber Vizeweltmeister ist doch auch ein schöner Titel für den Briefkopf.

[Nachbericht]

– ENGLAND’S COMING HOME, IT’S COOOMING HOME, IT’S COMING HOME, IT’S COMING. Ach, wie schade. Dass Beckham und Rooney schon draußen waren und nicht dabei helfen konnten, Elfmeter zu verschießen. Testfrage: wer hat als einziger Engländer getroffen? Na? Der Hargreaves. Das hat er in der Bundesliga gelernt.

– Das Bild vom heulenden Beckham (nach seiner Auswechslung) entschädigt schon ein wenig dafür, dass Maradona noch zu keiner öffentlichen Flennerei zu bewegen war. Vorbildlich: Rooney, der bissige kleine Gemächttreter, weiß schon in jungen Jahren, wie man England am sichersten von Triumphen fernhält. Gut gemacht, Pitbully.

BRA – FRA 0:1

[Vorbericht]

– Finale 1998, 3:0 für Frankreich, zwei Kopfballtore von Zinedine Zidane. Bei dem Gedanken allein verliert Roberto Carlos schon mindestens 2 Bar Luftdruck aus den Oberschenkeln. Ich glaube, die Franzosen sind derzeit so unvorhersehbar, dass ihnen alles zuzutrauen ist. Solange nicht zu viele Bälle auf das Tor von Barthez kommen. Am besten sicherheitshalber gar keine.

– Die Franzosen würde ich schon gerne in einem Halbfinale gegen Portugal sehen. Dann heißt es Vorhang auf für The Beauty & The Beast, Luis Figo & Frank Ribery.

Okay, das war jetzt gemein. Der Ribery spielt eine richtig klasse Weltmeisterschaft, meinen Respekt dafür. Und der Luis ist gar nicht so schön. Aber Beckham kotzt ja mittlerweile seine Metrosexualität auf den Platz, da muss man nach Alternativen für den Thron suchen.

[Nachbericht]

– Die Brasilianer sind draußen. Die Ballzauberer. Die Götter. Ich bin immer noch ein wenig baff. Nicht so sehr über das Ob, sondern über das Wie des Ausscheidens. Wollten die den größten Fußballtrick aller Zeiten aufführen und ein Spiel gewinnen, ohne auf’s Tor des Gegners zu schießen? Wir warteten doch alle auf die große Fußballmagie, stattdessen betrat Ronaldinho die Bühne, grinste sich ins Hasenzähnchen und präsentierte anstelle der berauschenden Zaubershow nur einen Zylinder. Wobei er obendrein auch noch vergaß, vorher ein Kaninchen reinzustecken. Erschütternd unspektakulär.

– Die Franzosen hingegen bestimmten das Spiel. Eigentlich unfassbar. Die Nachkommen von Asterix und Obelix sind weiter. Und Methusalix Zidane musste nicht mal zum Zaubertrankfläschchen greifen. Weil die Brasilianer so uneffektiv waren wie die Römer bei ihren gesammelten Angriffen auf das Heimatdorf der Gallier. Als Saarländer fände ich ein Finale Deutschland-Frankreich natürlich reizvoll. Vielleicht verirrt sich dann mal ein Reporter von ARD oder ZDF hierher und fragt mich um kompetenzfreien Rat.

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