Tag 3: Robbenfänger; iranisches Abwehrkreuz; Ähem-Litti

SCG – NED 0:1

[Vorbericht]

– Einfacher Arbeitstag für den Zeugwart. Der kann die orangefarbenen Trikots der Elfenbeinküste von gestern direkt nochmal auftragen lassen. Stecken halt diesmal Holländer drin.

– Die Oranjes an sich spielen bei Turnieren in Deutschland ja ganz gerne sehr erfolgreichen Fußball. 1974 Finale, 1988 Finale und Europameister. Wenn die also heuer gewinnen, trifft den Beckenbauer eine Mitschuld.

– Mich als Schalke-Fan würde das nicht umbringen, alle anderen können jedoch sicherheitshalber die abgestandenen Holländer-Witze zwecks Frischhaltelagerung bis zum Finale in den Kühlschrank stellen.

– SCG steht für Srbija i Crna Gora. Tut mir leid, aber da kann ich beim besten Willen nicht sofort was mit Montenegro rauslesen. Kein Wunder, dass die ihre Unabhängigkeit erklärt haben. SCG erinnert mich zudem an SCO, also die Schotten. Ganz in deren lieb gewonnener Tradition werden die Balkankicker denn auch frühzeitig nach Hause fahren.

[Nachbericht]

– Insgesamt eine enge Partie. Dafür zeichnet sich jetzt schon ein neuer Trendberuf für argentinische und ivorische Verteidiger ab:

Robbenfänger.

MEX – IRN 3:1

[Vorbericht]

– Was ist schlimmer? Ein Besuch von Montezumas Rache oder ein Besuch von Ahmadinedschad? Sollte man wohl besser beides vermeiden. Ich halte es mit Wigald Boning: wenn die Iraner Weltmeister werden, können sie ihre Atomenergiepläne aufgeben, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Also drücke ich dem Team um die iranischen Bundesliga-Legionäre die Daumen. Um des lieben Weltfriedens willen.

[Nachbericht]

– Wird wohl nix mit Weltfrieden. Der Iran ist nach dem Spiel schon so gut wie draußen. Die tragen auch ihr Kreuz mit der Abwehr. Oder was man im Islam halt so trägt.

– Den mexikanischen Trainer würde ich auf der Stelle anheuern, wenn ich eine Rolle für einen knallharten Italo-Western zu besetzen hätte.

– Ich muss was über Pierre Littbarski als Co-Kommentator für RTL schreiben. Als Fußballer mochte ich Litti wirklich, hinter dem Mikro ist er aber gewöhnungsbedürftig. Von der Stimmlage her eine erregende Mischung aus Verona Pooth und dem jungen Markus Merk. Der Sprachduktus zudem sehr zappelig. Und obendrauf noch eine Unzahl von „Ähms“, dass dem Stoiber die Freudentränen über das Gesicht perlen müssen. Ich habe stellenweise mehr auf das nächste „Ähm“ gewartet als auf die nächste gefährliche Hereingabe der Mexikaner.

ANG – POR 0:1

[Vorbericht]

– Angola wird alle überraschen. Sofern meine Theorie stimmt, wonach Länder, die der durchschnittlich gebildete Mensch nicht direkt auf der Weltkarte findet, für Furore bei dieser WM sorgen. Ekuador? Irgendwo in Südamerika. Trinidad & Tobago? Irgendwo in der Karibik. Angola? Irgendwo in Afrika. Ich schließe die Beweisführung. Wenn es wirklich so läuft, dürften sich die Jungs von der Elfenbeinküste mächtig ärgern. Küste, da weiß man doch sofort, wo man suchen muss. Dort, wo das große Wasser ist. Mein Tipp: bei der nächsten WM besser als Ivorien an den Start gehen.

[Nachbericht]

– Nach 5 Minuten konnte ich meine Theorie schon in die Tonne treten. Von angolanischen Verteidigern erwarte ich aber schon, dass der Figo nur einmal so an denen vorbeikommt – um danach mit gebrochenem Schien- und Wadenbein vom Platz zu humpeln.

– Aus dem zu Beginn wahrscheinlichen Schützenfest wurde auch nichts. Stattdessen wäre ich in der zweiten Hälfte beinahe weggedöst. Portugal so pomadig wie die Frisur des Schiedsrichters der Partie England gegen Paraguay. Habe mich fast schon ein wenig nach der kratzigen Stimme von Littbarski gesehnt, um wachzubleiben.

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